09. Blogeintrag 03.04.2026 - 13.04.2026
87. Reisetag – Freitag, 03.04.2026 (Karfreitag) Bocas del Toro/Isla Colón/Panama
Isla Colón ist eine zu Panama gehörende Insel. Der Ort Bocas del Toro ist touristisch geprägt und gilt als Zentrum für Backpacking, Surfen und Tauchen.
Deshalb war es naheliegend eine Schnorcheltour ins Auge zu fassen. Allerdings tenderten wir erst mal ohne Ausrüstung an Land, um die Lage zu checken und das war auch gut so. 150 US-Dollar für eine private Tour waren uns dann doch zu viel und somit beschränkten wir uns auf einen kleinen Stadtbummel (ohne dazu die Schnorchelausrüstung mit herumtragen zu müssen).
Wir bummelten noch nicht lange, als uns die Töne einer Blaskapelle entgegenschallten.
Die Kapelle führte eine Karfreitagsprozession an mit einem recht realistischen Jesus, der sein Kreuz zu tragen hatte.
Die Prozession endete in einem Park.
Es war schon äußerst gruselig, dort den am Kreuz hängenden Jesus zu sehen.
So lenkten wir lieber unsere Schritte Richtung Flughafen. Denn bevor wir auf die Prozession gestoßen waren, war ein Flugzeug im Landeanflug nur gefühlte 2 Meter über unseren Köpfe hinweg gedonnert. Somit konnte der Flugplatz nicht sehr weit sein und so war es dann auch. Hier hofften wir weitere spektakuläre Landungen beobachten zu können.
Aber zunächst war spektakulär, dass die Landebahn weder durch Zäune, Mauern oder Ähnlichen getrennt, direkt an ein Fußballfeld angrenzte.
So hätten wir ohne weiteres unseren Stadtbummel auf der Start- und Landebahn fortsetzen können.
Leider hatte mittlerweile der Wind gedreht, weshalb die Flieger nun am anderen Ende der Landebahn aufsetzten und es somit keine Landeanflüge mehr über unsere Köpfe gab.
Von dem kleinen Flugplatz zum Strand war es nicht weit und wir fanden eine schöne Bar am Wasser.
Auf dem Rückweg zum Tenderpier passierten wir eine Methodistenkirche, in der gerade der Karfreitagsgottesdienst gefeiert wurde. Das Portal stand offen, sodass wir ein wenig zuschauen konnte.
Bemerkenswert fand ich, wie die Computertechnik Einzug in die Liturgie gehalten hat. Wenn die Gemeinde ein Lied anstimmte, kam die Orgelbegleitung von einem PC aus Lautsprecherboxen, während der Liedtext auf den beiden großen Monitoren eingeblendet wurde, wie man es vom Karaoke her kennt.
Gesteuerte wurden Bilder, Text und Töne über einem Laptop, den eine Dame rechts vom Altar bediente.
Zur Kaffeestunde waren wir wieder zurück auf der ARTANIA.
Um 20:00 Uhr wurde der Anker gelichtet und wir nahmen Kurs auf Puerto Limón in Costa Rica, wo wir 2 Tage verbleiben wollten.
88. Reisetag – Samstag, 04.04.2026 Puerto Limón/Costa Rica
Doris hatte im Internet recherchiert, um herauszufinden, was man in Puerto Limón unternehmen könnte. Wir könnten z. B. mit dem Bus in den Nationalpark Cahuita fahren, um dort im Regenwald einen Spaziergang zu unternehmen. Allerdings gab das Internet zu bedenken, dass an Samstagen der Busfahrplan ausgedünnt ist und da Osterwochenende ist, die Busse überfüllt sein könnten. Zu allem Überfluss war auch noch stellenweise Regen angesagt.
Gegen halb zehn traten wir unseren Landgang an und gleich am Anleger wurden wir von einem örtlichen Tourenanbieter angesprochen.
Im Angesicht des ausgedünnten Busfahrplans mit den überfüllten Bussen interessierten wir uns für einen Transport zum Cahuita Nationalpark. Der reine Transport würde für uns beide zusammen 100 US-Dollar hin und zurück kosten. Das war uns doch etwas zu heftig.
Alternativ bot er eine Bootsfahrt auf den Tortuguero-Kanälen an für 40 € pro Person. Das würde uns auch gefallen und wir begannen zu verhandeln. Leider ohne Erfolg. Er zeigte uns eine große Preistafel mit seinen Fix-Preisen. Er könnte uns höchstens etwas entgegenkommen, wenn wir weitere Mitfahrer rekrutieren.
Da wir heute über Nacht in Puerto Limon liegen würden, könnten wir, ohne Gefahr zu laufen, dass Schiff zu verpassen, versuchen, uns zum Cahuita Nationalpark durchzuschlagen.
Die Bootsfahrt könnten wir dann morgen machen.
Mit einem Pärchen, das unsere Verhandlungen verfolgt hatte, bildeten wir für die Bootstour spontan eine 4er-Gruppe, wodurch Preis auf 35 US-Dollar pro Person sank. Mit dem Paar würden wir uns morgen um viertel vor zehn vor der Rezeption treffen.
Nun machten wir uns auf zum Busterminal. Auch außerhalb des Hafengeländes wurden wir von Taxifahrern angesprochen, aber der Preis von 100 $ war immer der gleiche. Vielleicht sollte hier mal das deutsche Kartellamt einschreiten. 😊
Anderseits beträgt die Entfernung zum Nationalpark 45 Kilometer und in Deutschland müsste man für diese Strecke (hin und zurück) zwischen 180 € und 240 € berappen.
Am Busterminal lösten sich alle vorherigen Bedenken in Luft auf. Die Busse fuhren im 1-Stunden-Takt.
Wir erstanden jeder ein Ticket (einfache Fahrt) für 1.470 CRC (Costa-Rica-Colón), das sind umgerechnet 2,75 €.
Schon beim Ticketkauf fiel uns auf, dass die Leute eine disziplinierte Warteschlange vor dem Ticketschalter bildeten.
Und auch als der Bus kurz vor elf Uhr kam, bildete sich eine Warteschlange vor dem Einstieg. Bei Phoenix-Bussen ist dieses Procedere völlig unbekannt und verpönt. Hier ist das ungeordnete Knäuel das bevorzugte Konzept beim Einsteigen, wobei einige Partisanen von der Seite kommend, in den vorderen Teil des Knäuels reinzustoßen.
Jedenfalls bekamen alle einen Sitzplatz im Bus und nach einer guten Stunden stiegen wir am Terminal Cahuita aus.
Der Ort Cahuita mit seinem kilometerlangen Strand ist ein beliebter Ferienort bei den Einheimischen.
Dass es sich hier um einen Hotspot handelt, konnte man auch an den Toiletten-Tarifen erkennen.
Hat der Obolus in Puerto Limón im Busterminal noch 200 CRC (0,37€) betragen, wie auf dem Foto zu sehen ist, hatte sich hier in der Touristenmetropole an der Busstation der Preis auf 400 CRC verdoppelt.
Der Eintritt in den Nationalpark war frei, aber es wurde eine Spende von 5 $ erbeten, worüber auch eine Quittung ausgestellt wurde.
Der Nationalpark reicht bis zu den Strandabschnitten und so kann man durch den Regenwald wandern, den Strand immer in Sichtweite und nach Belieben dorthin abbiegen.
Auch das ein oder andere Getier kam uns währen der kleinen Wanderung vor die Kameralinse.
Die giftige Eylash Viper ist nicht sehr groß ...
... und wir hätten sie auch gar nicht gesehen, wenn nicht eine kleine Gruppe mit einem Guide davorgestanden hätte und wir erst so darauf aufmerksam wurden.
Ein Weißschulterkapuziner (wissenschaftlich: Cebus capucinus).
Und last but not laest: das in Mittelamerika weit verbreitete Faultier.
Mit dem Waschbären können wir nicht dienen, der war zu schnell wieder weg, ehe wir das Handy gezückt hatten.
Die Rückfahrt gestaltete sich genauso problemlos wir die Hinfahrt und geregnet hatte es auch nicht.
Auf dem Schild ist zu lesen: Wapin Man Welcome to.
Mit "Welcome to" ist gemeint: Willkommen in (Puerto Limón), das ist relativ klar.
Aber was hat es mit Wappin Man auf sich?
Der Ausdruck "Wappin Man" ist eine Floskel aus dem Limon-Kreol und ist eine lockere, freundliche Begrüßung und bedeutet so viel wie "Was geht ab, Mann?" oder "Wie läuft's, Kumpel?". (im hessischen würde man sagen: "Ei Gude wie!").
Der Begriff "Wappin Man" leitet sich vom englischen "What's happening, man?" ab.
Da die ARTANIA über Nacht in Puerto Limón lag, hatte die Reiseleitung für den Abend (21:15 Uhr) eine örtliche Folkloregruppe engagiert, die in der Phoenix-Bar auftrat. Als wir um 20:15 Uhr vom Abendessen kamen, waren bereits alle Sitzpätze besetzt, aber den ein oder anderen Stehplatz mit halbwegs guter Sicht auf das zu erwartende Geschehen hätte man noch in Beschlag nehmen können.
In Harry’s Bar hingegen hatte man freie Platzwahl.
89. Reisetag – Sonntag, 05.04.2026 (Ostersonntag) Puerto Limón/Costa Rica
Beim Frühstück teilte uns das Ehepaar von gestern mit, dass sie nun doch nicht die Bootstour mitmachen wollten, was wir gelassen zur Kenntnis nahmen.
Als wir kurz vor zehn, wie abgesprochen, in den Mini-Van des Tour-veranstalters einsteigen wollten, sprach uns ein anderes Ehepaar an, das wir gestern im Bus nach Cahuita kennengelernt hatten, ob sie sich uns anschließen dürften. Selbstverständlich durften sie. Somit kamen wir nun doch noch in den Genuss des 5-Dollar-Mengenrabatts pro Person.
Das Wetter war nur suboptimal, angenehme Temperaturen, aber bedeckter Himmel mit drohenden Regenwolken.
Nach 20-minütiger Fahrt kamen wir in dem kleinen Dorf Moín an.
Von hier startete unsere Bootstour auf einem der Tortuguero-Kanäle, ...
... die auch gerne als der Amazonas von Costa Rica bezeichnet werden.
Die Tortuguero-Kanäle sind ein weit verzweigtes System aus natürlichen Flüssen und künstlich angelegten Wasserwegen an der nördlichen Karibikküste des Landes.
Und auf einen klitzekleinen Teil davon schipperten wir (der Bootsführer + wir vier) entlang.
Gut, dass das Boot mit einer Plane überdacht war, denn es hatte angefangen zu regnen.
Der Regen schmälerte keineswegs das Erlebnis - im Gegenteil – denn dadurch herrschte eine ganz besondere Stimmung auf dem Fluss.
Dieses Baby-Krokodil war (noch) nicht gefährlich. Der Kopf hatte eine Länge von höchstns 10 cm.
Ein Verwandter von Lurchi ...
... und ein kleiner Drache.
Nach einer Stunde war, wie vereinbart, die Bootsfahrt zu Ende und wir wurden wieder aufs Schiff zurückgebracht.
Den Nachmittag verbrachten wir an Bord.
Für uns war es ohne Bedeutung, dass die Passagiere nicht, wie im Tagesprogramm ausgeschrieben, spätestens um 17:30 Uhr zurück an Bord sein sollten, sondern bereits um 17:00 Uhr. Der Grund dafür sei die notwendige Frischwasseraufbereitung durch die bordeigene Entsalzungsanlage. Dies kann nicht im Hafen, sondern nur auf offener See erfolgen.
So richtig nachvollziehen konnten wir die Begründung nicht. Warum sollte eine drohende Wasserknappheit durch eine vorgezogene Abfahrt von 30 Minuten abgewendet werden können?
Aber egal, um 17:00 Uhr waren alle Gäste wieder brav an Bord und unser Dampfer konnte, wie gewünscht, um 17:00 Uhr ablegen.
90. Reisetag –Montag, 06.04.2026 (Ostermontag) Seetag
Die üppige Osterdeko und die Fülle an gefärbten Ostereiern an den Buffets und auf den Tischen der Restaurants war heute nur noch in Ansätzen vorhanden und zum Abendessen war Ostern auf der ARTANIA deko-mäßig bereits Geschichte.
Aber zum Mittagessen wurde an der Kopernikus Bar noch einmal so richtig rangeklotzt.
Der heutige Seetag gepaart mit Ostern wurde für die sogenannte Mittelgala genutzt, gekürt durch ein „besonderes Oster-Gala-Abendessen“.
91. Reisetag –Dienstag, 07.04.2026 Roatán/Honduras
Roatán ist eine tropische Karibikinsel, 65 Kilometer vor der Nordküste von Honduras gelegen.
Gestern Abend hatte Doris noch eine interessante Ausflugsmöglichkeit im Netzt gefunden und gebucht.
Einen Besuch von Daniel Johnson's Monkey and Sloth Hang Out mit einer anschließenden Schnorchel-Tour. Kosten 45 Dollar pro Person, zahlbar vor Ort in bar.
Daniel Johnson’s Monkey and Sloth Hang Out ist eine sehr beliebte, familiengeführte Tierauffangstation. Der Besuch kann mit verschiedenen zusätzlichen Aktivitäten und Ausflügen kombiniert werden.
Heute lagen mit uns in Roatán weitere 3 Kreuzfahrtschiffe mit weit über 10.000 Passagieren.
Für die ARTANIA war an der Pier kein Platz mehr, weshalb wir auf Reede lagen. Wir mussten an Land getendert werden.
Der Kreuzfahrerhafen ist für diese großen Menschenmassen eingerichtet.
Zahlreiche Shops, Cafés, unzähligen Schaltern für Ausflugsbuchungen ...
... und sogar einem Mini-Strand mit Poollandschaft waren auf dem Areal angesiedelt.
Klar, dass es da im Passagierhafen wimmelte wie im Ameisenhaufen.
Da war es gut, dass der Veranstalter unserer Tour eine genau Beschreibung geliefert hatte, wie man den richtigen Hafenausgang findet, vor dem unser Fahrer mit einem Schild „Daniel Johnson‘s“ warten würde.
Wir waren pünktlich, aber unser Abholer war nicht da. Es tummelten sich rund um den Hafenausgang noch einige Anbieter und versuchten ihre Touren an den Mann/an die Frau zu bringen. Einer von Ihnen erklärte uns, dass das Fahrzeug von Daniel Johnson gerade weggefahren sei, aber er könne uns die gleiche Tour zum gleichen Preis anbieten, ohne dass der Schelm wissen konnte, welches Paket wir gebucht hatten.
Da wir die Telefonnummer von Daniel Johnson’s hatten, zeigte sich der Mann jetzt hilfsbereit und rief mit seinem Handy dort an. Das hätten wir auch selbst machen können, da unsere Global-Sim-Karte auch 100 internationale Telefoneinheiten beinhaltet, aber er war nicht mehr zu bremsen. (Die anschließende Trinkgeldforderung kam prompt.)
Das Telefonat ergab, dass das Fahrzeug, das und abholen sollte, in Kürze kommen würde.
Es hätte sich wegen des Verkehrs verspätet.
Kurz darauf kam ein andere Mann auf uns zu und überreichte uns sein Telefon. Am anderen Ende der Leitung war der Fahrer unseres Wagens und fragte, wie er uns den erkennen könne. Unsere Antwort: gelbes und weißes T-Shirt. Anscheinen kennen sich die Touranbieter untereinander.
Ein paar Minuten später stiegen wir in „unser“ Fahrzeug ein und nach einer knappen halben Stunde Fahrt waren wir an der Auffangstation, wo Faultiere (Sloths), Kapuzineraffen, Brüllaffen, und bunte Aras auf uns warteten.
Der Hit waren die beiden Kapuzineräffchen, die mittlerweile an die Menschen gewöhnt waren. Bevor wir in das Gehege durften, mussten wir alle beweglichen Teile wie etwa Brille und Kappe ablegen, weil die Affen diese gerne stibitzen und unerreichbar weit oben im Käfig deponieren.
Kaum zu glauben, aber das war tatsächlich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Jetzt wollte Doris unbedingt ein „Selfie mit Affe“ machen.
Was nach anfänglichen Koordinierungsschwierigkeiten zwischen Affe und Doris ...
... dann auch gelang.
Natürlich war der Affe am Ergebnis sehr interessiert ...
... und davon äußerst angetan.
Ende des Selfie-Projekts.
Die Faultiere konnten sich frei auf dem Gelände bewegen.
Geschickterweise befanden sich die Futterpflanzen in Bodennähe und so konnte man die Gesellen, die sich nur im Zeitlupentempo bewegen, ...
... aus allernächster Nähe bewundern und fotografieren.
Auf den Arm nehmen war okay, aber gestreichelt werden mochte er nicht.
Dieser so lieb ausschauende Wickelbär (Potos flavus) ist ein aggressiver Zeitgenosse.
Als unser Rundgang in der Auffangstation zu Ende war, ...
... fuhr uns unser Fahrer zur Anlegestelle zum dem Boot, ...
... das uns zum Schnorchelrevier, einem Korallenriff, brachte.
Mit einer ganz leichten Strömung schnorchelten wir eine gute halbe Stunde über das Riff, bis uns das Boot, das uns gefolgt war, wieder aufnahm.
Die Zeiten, wo man durch große bunte Fischschwärme tauchen konnte, scheinen wohl vorbei zu sein, dennoch gab es immer noch genug große und kleine, bunte und unscheinbare Fische zu sehen.
Es war sehr schön und spannend, sich über dieser Korallenlandschaft zu bewegen
Nachdem wir uns der nassen Badesachen entledigt hatte, brachte uns der Fahrer zurück zum Hafen und wir hatten mal wieder einen großartigen Ausflug auf der Habenseite.
Als am frühen Nachmittag eines der großen Kreuzfahrtschiffe, die Icon of the Seas, das Flaggschiff von Royal Caribbean, abgefahren war, konnte die ARTANIA dessen Liegeplatz übernehmen und es brauchte nicht weiter getendert zu werden.
Um 19:30 Uhr wurde die ARTANIA gebührend aus Honduras verabschiedet.
92. Reisetag –Mittwoch, 08.04.2026 Santo Tomas de Castilla/Guatemala
Für die heutige Destination bot Phoenix einen Shuttlebus in das knapp 10 Kilometer entfernte Zentrum von Santo Tomas de Castilla an. Der Pries betrug 10 € pro Person.
Beim Ticketkauf musste man sich für eine bestimmte Abfahrtszeit für die Hinfahrt entscheiden. Für die Rückfahrt gab es keine „Busbindung“. Da die Tickets für die Abfahrten bis einschließlich 11:00 Uhr schon alle verkauft waren, entschieden wir uns für den 11:30 Uhr Bus.
Als wir 5 Minuten vor der Abfahrtszeit an der Haltestelle vor dem Schiff auftauchten, stand dort ein kleiner Bus, der aber bereits voll besetzt war. Auf Rückfrage wurde uns von einem Phoenix-Mitarbeiter bestätigt, dass dies tatsächlich der 11:30 Uhr-Bus war. Außer uns beiden standen hier geschätzte 30 Leute, die ebenfalls ein 11-30-Ticket hatten.
Der Phoenix-Mitarbeiter erklärte das lapidar so, dass auf dem Tresen des Bordreisebüros, wo die Tickets verkauft wurde ein Schild gestanden hätte, auf dem zu lesen war, dass im Busfahrplan bei den Abfahrtszeiten um 11:30 Uhr, um 12:00 Uhr und um 12:30 der Zusatzvermerk „nach Verfügbarkeit“ gestanden hätte. Und jetzt waren nun mal keine Plätze mehr verfügbar. Hatte man hier etwa die Busse mehrfach überbucht?
Dummerweise hatten auch wir dieses „Kleingedruckte“ nicht gelesen. Fettgedruckt stand allerdings auf unseren Tickets die Uhrzeit „Abfahrt ab11:30 Uhr“. Spätestens hier hätte uns das „ab“ zumindest stutzig machen können.
Phoenix war also erst einmal aus dem Schneider und wir und noch geschätzte 30 weitere Passagiere hatten im wahrsten Sinne des Wortes die Arschkarte gezogen bzw. das Arsch-Ticket erworben.
Auf die Frage, wie es jetzt weiter ginge, wurde geantwortet: „Ein Bus sei unterwegs“. Ob das nun ein Zusatzbus sein sollte oder der reguläre 12-Uhr-Bus, blieb unklar. Klar war uns nur, dass in diesen Bus wieder nicht alle wartenden reinpassen würden. Und zu rechnen damit war, dass bis 12 Uhr weitere shuttle-willige die wartende Meute vergrößere würde.
Auf das zu erwartende Hauen und Stechen legten wir keinen gesteigerten Wert.
Wir verzichteten lieber auf die Fahrt ins Zentrum und übergaben einer Mitarbeiterin von Phoenix unsere Karten. Sie wollte zuerst im Bordreisebüro nachfragen, ob eine Rückgabe überhaupt möglich sei, entschied dann aber kurzfristig selbständig, dass die Karten zurückgenommen werden. Und sie gab unumwunden zu, dass in Zukunft mehr Klarheit bei solchen Konstrukten zu kommunizieren sei.
Ihre „kundenfreundliche“ Entscheidung, ohne den Dienstweg einzuhalten und das Zugeben, dass hier Verbesserungspotential vorliegt, hat uns imponiert und unseren Groll über die dilettantische Shuttlebus-Organisation besänftigt.
Der Hafen lag nicht im Niemandsland, sondern an ihn grenzte ein belebter Stadtteil. Dorthin wollten wir unsere Schritte nun lenken.
Aber zunächst wurden noch im Hafengelände unsere Schritte in eine große Halle gelenkt, wo unzählige Händler diverse Waren für die Kreuzfahrtpassagiere feilboten. Weder Gürtel, Ponchos, Magnete oder Schnitzereien weckten unsere Kaufinteresse, aber mit 2 schönen Baumwollhemden für mich verließen wir die Halle.
Ohne Ortskenntnisse und Google Maps, einfach der Nase nach unternahmen wir einen kleinen Stadt(teil)rundgang. Für größere Unternehmungen war es viel zu heiß.
Herstellung von Tortillas.
Dabei wird der Teig aus Maismasse (Masa) zuerst von Hand zu einer Kugel geformt und dann durch rhythmisches Klatschen zwischen den Handflächen in die typische flache, runde Form gebracht.
Die Tortillas haben alle beinahne die gleiche Größe und Dicke – rein durch Fingerspitzengefühl!
Die zahlreichen Geeschäfte führen ein Sammelsurium an Artikeln.
Das nenne ich effektiv. Einmal geschmückt und Weihnachten kann kommen, wann immer es will.
Als wir gegen halb drei total verschwitzt zurück am Schiff waren, hatte sich das Chaos an der Shuttlebus-Haltestelle zwischenzeitlich in Wohlgefallen aufgelöst.
Sofort nach der Rückkehr in der Kabine, noch vor dem Duschen: besser kann ein Bier nicht schmecken.
93. Reisetag –Donnerstag, 09.04.2026 Seetag
Der Seetag wurde genutzt, um die in den letzten Tagen etwas vernachlässigte Arbeit am Blog aufzuholen.
94. Reisetag –Freitag, 10.04.2026 George Town/Cayman Islands
Wir lagen heute nur einen halben Tag auf Reede. Landgang war somit nur zwischen 8:00 Uhr und 14:30 Uhr möglich, vorausgesetzt, man kam morgens auch mit den ersten Tenderbooten mit.
Für die von Phoenix organisierten Ausflüge ist diese Liegezeit vollkommen ausreichend, auch deshalb, weil die Ausflügler beim Tendern gegenüber den privaten Landgängern den Vorzug erhalten.
Für einen privaten Ausflug in die nähere oder gar weitere Umgebung war uns dieses Zeitfenster etwas knapp.
Die Cayman Inseln gelten als Tauch-, Schnorchel- und Steuerparadies.
Da wir hier kein steuerhinterzogenes Schwarzgeld gebunkert haben, das wir hätten besuchen können, kam nur Schnorcheln in Frage. Keine 10 Minuten von der Tenderpier befand sich das Eden Rock Diving Center, wie uns das Internet verraten hat. Dort wollten wir hin.
Gegen 10:00 Uhr konnten wir ohne große Wartezeit an Land tendern.
Am Eden Rock Diving Center kann man direkt von einem Steg ins Wasser steigen, um die dortige Unterwasserwelt zu bewundern.
Zuvor schwätzte uns der dortige Equipment-Verleihers eine Schwimmweste auf, die sich eher als hinderlich und unbequem herausstellte. Das Schließfach zum Deponieren unserer Wertsachen für 10 US-Dollar hatten wir aber freiwillig und aus Überzeugung angemietet.
Das Wasser war klar und herrlich, aber das Schnorchelrevier eher nur mittelprächtig. Das von vor drei Tagen in Roatán in Honduras war um Klassen besser.
Die "Infrastruktur" am Diving Center war gut.
Gegen halb zwei tenderten wir zurück aufs Schiff.
Um drei Uhr wurde der Anker gelichtet und Kurs auf Montego Bay/Jamaica genommen, wo wir morgen von 8:00 -18:00 Uhr an der Pier liegen werden.
95. Reisetag –Samstag, 11.04.2026 Montego Bay/Jamaica
Der Hafen von Montego Bay liegt mitten in einem Gewerbegebiet.
Ob ein Fußweg zum Hafenausgang existiert, wissen wir nicht. Zumindest gab es keine entsprechenden Hinweisschilder. Deshalb waren wir auf Gedeih und Verderb auf die Taxen angewiesen, die nahe am Anleger auf Kundschaft lauerten.
Wir wollten das ca. 12 Kilometer entfernte Rocklands Bird Sanctuary besuchen, ein privates Naturreservat für Vögel. Hier soll man in Freiheit lebende Kolibris aus der Hand füttern können.
Im Internet wurden wir schon gewarnt, dass die Fahrt dorthin sehr teuer sein wird. Für Hin- und Rückfahrt einschließlich der Wartezeit des Fahrers am Reservat müsse man mit 100 US-Dollar rechnen.
Wir bekamen auch prompt ein Angebot über 120 Dollar, das Doris rasch auf 80 Dollar herunter gehandelt hatte. Aus taktischen Gründen mischte ich mich jetzt in die Verhandlung ein und meinte, dass 60 Dollar genug seien. Da biss ich leider auf Granit. Mit Ach und Krach wurde eine Einigung bei 75 Dollar erreicht.
Das Reservat liegt auf ca. 300 Meter Höhe auf einem Ausläufer der Nassau Montains.
Die Fahrt dorthin dauerte etwa 20 Minuten.
Der Zutritt kostete 30 Dollar pro Person. Der jahrelang gültige Preis von 25 Dollar wurde erhöht, um die schweren Schäden, die Melissa, der letzte Hurricane, im Oktober 2025 hier angerichtet hatte, zu beheben.
In einem Freiluftpavillon nahmen wir Platz und ausgestattet mit einem Fläschchen Zuckerwasser ...
... warten wir darauf, dass sich die Kolibris davon bedienen.
Geduld war nun absolute Voraussetzung, ...
... denn zunächst labten sich nur Bienen an dem feilgebotenen Freigetränk.
Zum Glück waren sie absolut harmlos.
Unsere Geduld wurde belohnt, wie die Fotos zeigen. Zunächst hörte man nur ein Surren, dann war er plötzlich da.
Der nur 5 Gramm schwere Vogel setze sich auf die Hand oder auf den Finger, ...
... nahm rasch einen Schluck aus der Pulle ...
... und war, ehe man sich es versah, schon wieder weg.
Diese spezielle endemische Art des Kolibris gibt es nur hier auf Jamaica und wird „Doctor Bird“ genannt. Die offizielle Bezeichnung lautet Red-billed Streamertail (Trochilus polytmus)
Natürlich gab es auch noch andere Vogelarten zu beobachten, ...
...wie etwa den Goldbrauen-Gimpelfink (Tiaris bicolor), ...
... den Pirol und den Jamaicaspecht (ohne Fotos).
Als uns das Taxi wieder zum Hafen zurückgefahren hatte, war die Betankung der ARTANIA im vollen Gange. Der Sprit kam aber nicht wie üblich von einem Tankschiff, das längsseits an der ARTANIA festgemacht hatte, ...
... sondern von Tanklastern, die sich an der Pier die Klinke in die Hand gaben.
Über einen mobilen Verteiler konnte 4 Fahrzeuge gleichzeitig ihre Ladung ins Innere der ARTANIA pumpen.
Die ständig neu anrollenden Laster hatten eine Kapazität zwischen 25.000 bis 30.000 Liter Diesel.
Laut Kapitän Hansen wurden heute 550 Tonnen Sprit gebunkert, das entspricht, da ein Liter Diesel 0,85 Kilo wiegt, 647.000 Liter. Für diese Aktion waren also circa 25 LKWs notwendig.
Hier noch ein kleiner Gag am Rande.
Solche Aktionen wie die Betankung wecken naturgemäß meine Neugierde. Also tummelte ich mich zwischen den Tanklastern, fotografierte fleißig und hielt Maulaffen feil.
Als einige Phoenix-Reiseleiterinnen von ihren Ausflügen zurückkamen und mich zwischen den LKWs herumwieseln sahen, fingen sie furchtbar an zu lachen.
Der Grund:
Zum einen waren da die verschiedensten Warnhinweise an den Fahrzeugen wie „Explosive“, „Flammable“ oder „No Smoking“ ...
... und ich stand da mit meiner „Feuer-Hose“.
Als auch die Männer rund um die Betankung durch die Phoenix-Damen auf diese Situationskomik aufmerksam wurde, mussten auch sie ebenfalls lachen.
Danke an Jessica Rühl für diesen genialen Schnappschuss!
96. Reisetag –Sonntag, 12.04.2026 Seetag
Auf dieser Reise haben wir bisher schon viele nette Leute kennengelernt, über die ich hier im Blog noch kein Wort verloren habe. So wird es in der Regel auch bleiben. Ich erwähne das heute deswegen, weil ich immer mal wieder über unangenehme Zeitgenossen berichte und eben fast nie über die Angenehmen.
Und schon habe ich wieder eine Episode von zwei Mitreisenden Damen zu erzählen, wo man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.
Auf der ARTANIA gibt es 3 Treppenhäuser du in jedem der Treppenhäuser gibt es 2 Fahrstühle, die die 9 Decks verbinden.
Doris wollte von Deck 4 auf Deck 8 fahren und von einem Aufzug stand auch schon die Tür offen.
Das war auch nicht weiter verwunderlich, da in der Tür eine Dame, nennen wir sie Dame-Nr.1, stand und so verhinderte, dass sich die Türe schließen und der Aufzug losfahren konnte.
Dame-Nr.1 unterhielt sich trefflich mit einer Dame-Nr.2, die sich im Aufzug befand.
Das Display über der Fahrstuhltüre zeigte an, dass der Fahrstuhl nach oben fahren würde (wenn er denn könnte), also genau in die Richtung in die Doris wollte.
Frohgemut betrat Doris die Fahrstuhlkabine und hoffte, dass die Damen ihr Gespräch beenden oder an anderer Stelle fortsetzen würden. Aber weit gefehlt, die Dame im Türrahmen berichtete ausführlich, „… und da hat doch meiner Cousine zu meiner Tante gesagt ….“, und das ohne Punkt und Komma, wobei ein Ende der spannenden Story nicht in Sicht war.
Als Doris meinte, ob man denn nicht langsam losfahren könne, waren beide Damen schwer beleidigt und Dame-Nr.1 gab widerwillig mit versteinertem Gesicht die Fahrstuhltüre frei und blieb im Treppenhaus zurück. Peinlich schien den Damen die Sache nicht zu sein.
Als Nr.2 den Fahrstuhl auf Deck 6 ebenfalss mit beleidigtem Gesicht den Aufzug verließ, geschah dies wort- und grußlos. Auf der ARTANIA hat sich eigentlich eingebürgert, dass man zumindest „Tschüss“ zu den Weiterfahrenden sagt, wenn man aussteigt, manchmal wünscht man sich auch einen „schönen Nachmittag“ oder Ähnliches.
Jetzt fragen wir uns, sind diese Damen einfach nur dumm oder sind sie berechnend, unverschämt und dreist oder alles zusammen? Wir wissen es nicht.
Aber jedenfalls haben sie Stoff geliefert für diesen gewöhnlichen letzten Seetag des Reiseabschnitts.
97. Reisetag –Sonntag, 13.04.2026 Santo Domingo/Dominikanische Republik
Dass für heute Nachmittag schwere Regenfälle vorausgesagt wurden passte zu unserem Vorhaben, lediglich am Vormittag den Nationalpark „Tres Ojos“ (deutsch: drei Augen) zu besuchen.
Im Park befindet sich ein unterirdischen Kalksteinhöhlensystem – die eigentliche Attraktion des Parks - mit drei kristallklaren Süßwasserseen, ...
... die über viele Treppenstufen erreicht werden können.
Ob mit dem Eintrittspreis von 200 Pesos (2,74 €) die Personal- und Unterhaltskosten gedeckt werden können, ist zu bezweifeln
Ein Uber-Fahrzeug brachte uns zu dem 5 Kilometer entfernten Park, wo wir in die Höhlenunterwelt abstiegen.
Ich hoffe die Bilder sprechen für sich.
Auf dem dritten Höhlen-See konnte man sich für weiter 50 Pesos (0,71 €) noch zu einem vierten See, der außerhalb des Höhlensystems liegt, ...
... mit einer kleinen Fähre übersetzen lassen.
Nach erfolgten Rundgang im Park ließen wir uns von einem Uber-Fahrzeug zum Schiff zurückbringen.
Am Nachmittag prasselte der angesagte Regen herunter, mit ein paar Hagelkörnern als Zugabe.
Heute beginnt ein neuer Reiseabschnitt Karibik, US-Ostküste und zurück in die „“Alte Welt“.
Nach dem Passagierwechsel waren wir nur noch 650 Gäste an Bord, was sehr erfreulich ist. Weniger erfreulich ist, dass es sich hierbei um die letzte Etappe dieser großen Reise handelt. In knapp einem Monat sind wir wieder zu Hause.
Seite 1 von 9





















 20260405_100604_ji.jpg)
 20260405_100704_ji.jpg)
 20260405_100204_ji.jpg)
 20260405_102834_ji.jpg)
 20260405_103312_ji.jpg)
 20260405_104338_ji.jpg)
 20260405_104533_ji.jpg)
 20260405_102408_ji.jpg)
 20260405_160016_ji.jpg)






























_ji.jpg)





_ji.jpg)































