05. Blogeintrag 09.02.2026 - 20.02.2026
34. Reisetag – Montag, 09.02.2026 Seetag
Gestern gab es im Bordfernsehen wieder einen „Brennpunkt“, was in der Regel nichts Gutes bedeutet.
So musste uns der Kreuzfahrtdirektor erklären, warum wir unser erstes Ziel in Brasilien, Icoaraci/Belém nicht anlaufen werden bzw. können.
Geplant sei gewesen, in Icoaraci auf Reede zu liegen und die Passagiere an Land zu tendern. Icoaraci ist ein Vorort von Belém. Belém war im letzten Jahr wegen der Weltklimakonferenz in allen Zeitungen.
Wegen besagter Klimakonferenz haben die Brasilianer eine große Pier mitten in die Pampa gebaut, an der während dieser Großveranstaltung zwei dicke Kreuzfahrtschiffe lagen, die als Hotels dienten. Schließlich wurden für die Konferenz 50.000 Teilnehmer erwartet, da brauchte es Bettenkapazitäten.
Bei den Kreuzfahrtschiffen handelte es sich um die MSC Seaview (~5.300 Gäste / 2.020 Kabinen) und die Costa Diadema (~4.900 Gäste / 1.860 Kabinen).
Jetzt, wo die Konferenz vorbei ist, braucht kein Mensch bzw. kein Schiff diesen Anleger in der Pampa. Da so eine Fazilität aber eine Menge Geld gekostet hat, wollte man die ARTANIA zwingen, statt zu tendern die viel weiter von Belém gelegene Pier zu nutzen. Die Sache hat jetzt aber einen Haken: Die ARTANIA ist zu klein für diese Pier. Die Gangway, die von den Brasilianern bereitgestellt werden kann, ist mit der ARTANIA nicht kompatibel. Die schiffseigene Gangway kann aber nur bei Flut genutzt werden. Bei Ebbe sinkt die Einstiegsluke unter das Niveau der Kaimauer. Konkret: Ein- und Ausstieg wären nur für 1 ½ Stunden am Vormittag und für 1 ½ Stunden am Nachmittag möglich gewesen.
Diese Einschränkung ist schon allein aus Sicherheitsgründen nicht akzeptabel. Alle Verhandlungen mit den Behörden verliefen erfolglos.
Lange Rede, kurzer Sinn, Icoaraci/ Belém muss gestrichen werden.
Der Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka war stinkesauer und hielt sich bei seiner Fernsehansprache auch diesbezüglich nicht zurück.
Die Geschichte ist auch völlig plausibel und ich habe keinen Grund, sie anzuzweifeln.
Nur Eines ist ein wenig verwunderlich. Im Katalog war nicht wie üblich das Ziel mit einem kleinen Anker gekennzeichnet, was darauf hinweisen soll, dass das Schiff auf Reede liegen wird. Vielmehr war hier ein kleines „t“ zu sehen, was bedeutet, dass die Liegezeiten wegen der örtlichen Tide von den geplanten Zeiten abweichen können.
Auszüge aus dem Phoenix-Katalog:
Kennzeichnung: Auf Reede.
Kennzeichnung: tidenabhängig.
Legende
35. Reisetag – Dienstag, 10.02.2026 Île Royale/Îles du Salut/Franz. Guayana
Erstmal die geografische Einordnung:
Die Îles du Salut (deutsch: Inseln des Heils) sind eine kleine Inselgruppe (Archipel) 13 km vor der Küste von Kourou in Französisch-Guayana. Île Royale, unser heutiges Ziel ist eine Insel innerhalb dieses Archipels. Zusammen mit den beiden Nachbarinseln Île du Diable (Teufelsinsel) und Île Saint-Joseph wurde Île Royale von Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts von den Franzosen als berüchtigte Strafkolonie mit grausamen Haftbedingungen missbraucht.
Hierhin war auch „Papillon“ inhaftiert, dessen Biografie mit Steve Mc Queen und Dustin Hoffman verfilmt wurde. Einige Szenen dieses Films wurden hier gedreht.
Noch ein kleiner Hinweis zu einer geografischen Stolperfalle.
Georgetown/Guyana, die Destination die am 8. Februar ausgefallen, ist gehört nicht zum Französischen Überseegebiet Französisch-Guayana, auch wenn beide Staaten sehr ähnlich klingen. Man beachte die unterschiedlichen Schreibweisen: Guayana und Guyana.
Die Verwirrung wird komplett, wenn man bedenkt, dass das heutige Guyana (also nur 2 x „a“) früher British-Guayana (also mit 3 x „a“) hieß.
Aber egal ob mit mit drei oder 2 „a“, beinahe hätten wir auch in Französisch-Guayana nicht anlanden können.
Als wir gegen 8:00 Uhr unsere vorgesehene Ankerposition erreicht hatten, war klar, dass wegen des Wellengangs ein Tendern unmöglich ist.
Zusammen mit dem örtlichen Lotsen an Bord wurde ein Plan B geschmiedet.
Man hoffte, über eine andere, etwas geschütztere Ankerposition ein Tendern doch noch zu ermöglichen. Unsere Erfahrungen waren bisher die, dass versuchte Alternativen immer erfolglos geblieben sind.
Dem war heute nicht so. Zwar war das Umsteigen von der ARTANIA in das Tenderboot eine recht wackelige Angelegenheit, aber die Tendercrew zog und schob die Umsteigekandidaten gekonnt ins Boot.
Auf der Insel selbst konnten wir „nur“ einen Spaziergang unternehmen.
Die Ausmaße der Insel sind recht übersichtlich, knapp einen Kilometer lang und 300 - 500 Meter breit.
Dafür bot die Natur viel Sehenswertes.
Die Überreste des inhumanen französischen Strafvollzugs waren noch reichlich vorhanden.
Auf den Inseln sind die Haubenkapuziner-Affen beheimatet.
Wir konnten einen beobachten, wie er sich genüsslich an einer Kokosnuss labt.
36. Reisetag – Mittwoch, 11.02.2026 Seetag (1/3)
Das Wetter ist miserabel, es ist dunstig und es regnet. Der für heute Morgen geplante Jazzfrühschoppen musste ausfallen, genau wie schon gestern Abend der „ARTANIA Music Club!“ hinten an der Phoenix Bar.
Da es an es regnerischen Seetagen nichts zu berichten gibt, außer dass es im Lido voll ist und es zu Wartezeiten kommt, bis man einen Platz zugewiesen bekommt, kann ich stattdessen zwei Anekdötchen erzählen, die sich auf der Reise ereignet hatten.
Roberto, unser Kabinensteward ist ein begeisterter Amateursänger. Gestern beim ARTANIA Music Club!“ hätte er wieder einen Auftritt gehabt, wenn das Wetter mitgespielt hätte. Zur Zusammenstellung seines Repertoires befragt er die Gäste aus den Kabinen, die er betreut, was sie denn gerne von ihm hören möchten. Eine Dame schlug ihm den Titel „Fürstenfeld“ von der Gruppe STS vor. Da musste der gute Roberto leider passen, denn er kannte weder Gruppe noch den Titel. Dazu muss man wissen, die Gruppe STS (Akronym aus den Namen der Gruppenmitglieder („Steinbäcker – Timischl – Schiffkowitz“) war eine dreiköpfige Pop-Rock-Band aus Österreich. Genauer aus der Steiermark. Das Besondere, sie singen in der Mundart ihrer Steiermärkischen Heimat.
Außerdem beginnt das gewünschte Stück „Fürstenfeld“ (ein Hit in 1984 – Nummer 1 in Österreich, Nummer 25 in Deutschland) mit einem sehr langen 3-stimmigen a-cappella-Intro, ehe der schmissige Refrain folgt.
Schade, dass Roberto STS nicht kannte. Ich hätte schon mal gerne einen Philippiner in waschechter alpenländischer Mundart 3-stimmig singen gehört.
Die Suppen auf der ARTANIA schmecken in der Regel sehr gut.
Im Lido-Restaurant gibt es hierfür einen Wärmeschrank.
Die Suppen werden, abgefüllt in großen metallenen Töpfen, aus der Küche angeliefert und in die passenden Öffnungen dieses Spezial-Möbels gestellt.
Der Gast kann sich daraus dann selbst bedienen.
Es stehen Mittags und Abends immer 2 verschiedene Suppen zur Auswahl.
Letzte Woche, an einem heißen Tag, wurde eine Kaltschale angeboten. Nachdem sich einige Gäste beschwert hatten, dass die Kaltschale entgegen dem Namen eher lauwarm war, wurden sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen getroffen, indem kübelweise Eis herbeigeschafft wurde. Der metallene Suppentopf wurde aus der Vorrichtung herausgenommen, das Eis in diese Vorrichtung gekippt und derTopf wieder eingefügt.
Nun sollte baldigst der gewünschte Kühleffekt eintreten.
Das tat er aber nicht ….
Das Eis schmolz in Rekordzeit und das Problem war, weil die Kaltschale weiterhin warm blieb, somit ungelöst, …
… bis ein technisch versierter Mitarbeiter den zugehörigen Drehknopf rechts an der Seite von „max“ auf „low" und den Schalter auf "aus" stellte.
Denn wie von mir ganz oben erwähnt, handelt es sich bei besagtem Möbel um einen Wärmeschrank, der in der Regel die angelieferten Suppen warm halten soll, was sich jedoch bei Kaltschalen als kontraproduktiv erweist, insbesondere wenn die Heizung auf „volle Pulle“ eingestellt ist.
37. Reisetag – Donnerstag, 12.02.2026 Seetag (2/3)
Um 11:00 stand die Äquatortaufe auf dem Programm. Da wir das Ritual kennen, trabte Doris zur Kopernikus Bar, dem Ort des besagten Spektakulums, lediglich mit dem Auftrag versehen, ein paar Fotos zu schießen und vor allem zu berichten, ob auch der Kapitän getauft wurde oder nicht.
Sie kam aber nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge zurück.
Da sie bisher noch nicht die Körpergröße von mehr als 1,80 Meter erreicht hat, war sie chancenlos, Neptun, dessen Gefolge und den Kapitän zu sehen.

Unsere Event-Korrespondentin Rosemarie Stahl konnte den entscheidenden Moment, kurz bevor der Kapitän in das Taufbecken eintauchte, fotografisch festhalten.
Die nautische Äquatorüberquerung fand übrigens erst gegen 19:20 Uhr statt.
Seit bestimmt 2 Wochen herrschen in der Bibliothek sibirische Temperaturen. Ohne Jacke kann man (zumindest Doris und ich) nicht sitzen. Selbst die Gold- und Silberberatung von Phoenix, die hierzu mehrere, sogar schriftliche Eingaben gemacht hatte, konnte an dem Zustand nichts ändern.
Heute ist es plötzlich richtig schön mollig warm hier. Ob sich jemand erbarmt hat und der Bitte um einige Plus-Grade mehr nachgekommen ist oder die Klimaanlage defekt ist, ist derzeit noch nicht bekannt.
38. Reisetag – Freitag, 13.02.2026 Seetag (3/3)
Die Freude über das angenehme Klima in der Bibliothek war nur kurz. Heute war es schon wieder fröstelig und unsere Gewohnheit, immer eine Jacke mitzunehmen, hat sich wieder einmal bewährt.
Nachmittags an Seetagen, nach der Kaffee- und Teestunde gegen 16:30 Uhr, spielen Doris und ich gerne eine Partie Scrabble in der Kopernikus Bar.
Dort ist es, bis auf die ständige Musikberieselung, ruhig und nicht sehr bevölkert.
Nach den rieselnden Musikstücken kann man übrigens die Uhr stellen. Ziemlich genau um 17:23 Uhr kommt regelmäßig Roy Orbinsons „Diana“. Anscheinend wird die immer gleiche Playlist zur immer gleichen Zeit gestartet. Gibt’s da nicht wenigstens so etwas wie eine „Zufallswiedergabe“ am Abspielcomputer, der sich irgendwo auf dem Schiff befindet? Wenn nein – macht auch nichts. 😊
39. Reisetag – Samstag, 14.02.2026 (Valentinstag) - Fortaleza/Brasilien
Fortaleza ist mit 2,5 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt in Brasilien.
Heute am Fastnachtssamstag machten wir uns auf, um auf den brasilianischen Straßenkarneval zu treffen. Da unsere Freundin, die KI, nie um Tipps und Informationen verlegen ist, ließ Doris sie einige Alternativen für die Gestaltung unseres Tages ausarbeiten und wir entschieden uns für den folgenden Vorschlag:
1. Praça da Gentilândia (Benfica) – klassische Straßen-Blocos
🕒 ab ca. 13:00 Uhr
- echte brasilianische Karnevalsblöcke
- Tanz auf der Straße, Kostüme, Live-Bands, DJs
- 14.02.: u. a.
- Bloco Unidos da Cachorra
- ➡️ das ist die authentischste Straßenparty für Besucher.
Ein Bloco (deutsch: Block) ist eine Gruppe/Verein von Musikern + Feiernden, die gemeinsam durch die Straßen ziehen.
Wie wir aus dem Internet gelernt haben, ist der Bloco Unidos da Cachorra (frei und humorvoll übersetzt: Die vereinten Köter) einer der traditionsreichsten "Blocos de Pré-Carnaval" in Fortaleza, der besonders im Viertel Praia de Iracema zu Hause ist. Sie sind berühmt für ihre kraftvolle Percussion-Gruppe (Bateria).
Um zum Praça da Gentilândia mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gelangen, gab es verschiedene Möglichkeiten. Unser Plan war, vom Hafen zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle zu laufen (10 – 15 Minuten), von dort mit dem Bus zur Metrostation Estação Iate zu fahren, mit der Mero zum zentralen Omnibusterminal Parangaba und dort in einen anderen Bus umzusteigen, der uns zur Av. da Universidade bringen soll, von wo es nur noch 5 Minuten zu Fuß zum Ziel Praça da Gentilândia sind. Soweit die Theorie.
In einer Durchsage über Bordlautsprecher gab der Kreuzfahrtdirektor eine Warnung der Hafenbehörde weiter. Es wurde dringend davor gewarnt, außerhalb des Hafens zu laufen, dies sei zu unsicher. In der Tat, als wir die Nase zum Hafenausgang herausstreckten, führte die Straße durch ödes unübersichtliches Gelände. Da ist Laufen in der prallen Sonne schon ohne Gefährdungspotential nicht gerade verlockend.
Kurzerhand bestellten wir über die Uber-App einen Wagen, der nach wenigen Minuten ankam und uns für umgerechnet 3 Euro zur Metrostation brachte.
Uber ist in Brasilien weit verbreitet und sehr kostengünstig.
An der Metrostation fuhr uns gerade ein Zug vor der Nase weg und der nächste sollte erst in einer Dreiviertelstunde kommen. Aber Google wusste Rat. Gleich gegenüber befand sich eine Busstation und
... der Bus 77 brachte uns ohne weiteres Umsteigen zum gewünschten Ziel, ...
... wo wir gegen halb zwölf ankamen.
Wir hatten erwartet, dass dort schon hektische Vorbereitungen getroffen werden, ...
... aber der große Platz mit der Bühne war menschenleer.
Auch weit und breit keine Zuschauer, die sich schon mal positionierten. Mehr oder weniger nur wir beide, einige Betreiber von den Getränke- und Essensstände und der Mann zum Kassieren der Gebühr (1 Real = 0,16 €) für die 25 bereitstehenden Dixi-Klos, bevölkerten das Areal.
Wir konnten uns nicht vorstellen, dass innerhalb der nächsten Stunde hier irgendetwas Großartiges stattfinden sollte. Hatte unsere KI bezüglich der Uhrzeit halluziniert?
Als wir auf einer Bank sitzend anfingen, ein Alternativprogramm zu basteln, kamen er die Straße entlang, ...
... der Bloco Unidos da Cachorra.
Waren es 100 oder 200 Menschen, die allesamt bewaffnet mit Perkussionsinstrumenten wie große und kleine Trommeln, Pauken, Rasseln, Schlaghölzern etc. lautstark die aus einem Lautsprecherwagen kommende Musik begleiteten?
Links und rechts, davor und dahinter zogen die Zuschauer mit.
Textsicher, wie ansonsten nur Kölner Jecken, sangen Zuschauer und Bloco-Leute inbrünstig zur Musik mit.
Das ganze Szenario kann ganz einfach komplett mit 2 Worten beschrieben werden: Lebensfreude pur.!
Eine hübsche junge Dame in einem goldenen Kostüm sprach uns in perfekten Englisch an, aus welchen Land wir kommen würden.
Wahrscheinlich waren wir die einzigen Europäer in dem Getümmel und somit mit unserem touristischen Outfit genauso auffällig, wie die die fantasievoll kostümierten Menschen hier. Die Dame erklärte uns ein wenig über den Carneval und über den Bloco selbst.
Später auf dem Schiff bekamen wir heraus, was auf der Schärpe der Dame gestanden hat und was es bedeutet: RAINHA KXR 2026..
RAINHA bedeutet Königin auf Portugiesisch. KXR ist die Abkürzung für Cachorra, dem Namen des Bloco.
Die Dame war also die offizielle Karnevalskönigin des Blocks "Unidos da Cachorra" für das Jahr 2026. „Sie ist eine zentrale Figur des Umzugs und führt die Gruppe mit ihrem Tanz und ihrer Energie an“, wie uns das Internet lehrte. Ihr Name ist Rayane Ferreira.
Nachdem der Bloco fast eine Stunde auf der Straße für Stimmung gesorgt hatte zog er auf den großen Platz, der anfangs ja noch ganz leer war.
Ein Teil Bloco-Gruppe bevölkerte die nun Bühne und heizte von dort weiter die Stimmung an.
Ein junger Mann versuchte, mir einige Tanzschritte beizubringen, allerdings vergebens.
Er konnte ja auch nicht wissen, dass ich schon in jungen Jahren zwei Tanzlehrer verschlissen hatte, die erfolglos versucht hatten, mir die Standardtänze beizubringen.
Das Programm mit weiteren Bocas sollte noch bis in die späten Abendstunden gehen, aber wir zogen es vor trotz der Stimmung das Schiff nicht zu verpassen.
Per Bus fuhren wir noch rasch zur Strandpromenade von Fortaleza und tranken dort eine Zitronenlimo
Via Uber ließen wir uns zurück zum Hafen bringen.
Auf der ARTANIA wurde vom Frühstück über die Kaffeestunde bis zum Abendessem der Valentinstag zelebriert, sowohl dekorativ als auch kulinarisch.
40. Reisetag – Sonntag, 15.02.2026 - Seetag
Der unbestrittene Höhepunkt des Tages war der ARTANIA-Fastnachtsumzug auf dem Promenaden Deck.
Wie in jedem Jahr wurde er angeführt vom Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor.
Es folgten verschiede Departments, die sich auch diesmal wieder etwas Originelles hatten einfallen lassen.
Gegenüber den letzten Jahren waren auch viele Passigiere kostümiert oder trugen zumindest karnevalistische Accessoires.
Elisabeth, eine waschechte Kölnerin, Dauergast auf den ARTANIA-Winterreisen, demonstriert, wie man aus wenigen Utensilien eine echte kölsche Jeck machen kann.
Der Zug ging 2x rund ums Deck und endete an der Phoenix-Bar, wo der Frohsinn beinahe überschwappte.
Auf Grund der vielen Menschen dort, war es uns nicht vergönnt zu einem der Kellner vorzudringen, die fleißig Kreppel (Berliner) verteilten.
Da aber zur Kaffeestunde auf dem Kuchenbuffet dieses äußerst beliebte Gebäck wieder bergeweise zur Verfügung stand, konnte das Versäumte nachgeholt werden. Die Fastenzeit beginnt schließlich erst in drei Tagen.
41. Reisetag – Montag (Rosenmontag), 16.02.2026 – Recife/Brasilien
Recife (1,5 Millionen Einwohner) ist, wer hätte das gedacht, eine Carnevalshochburg.
Ausgestattet mit dem Wissen, dass das bunte Treiben schon gegen 10:00 Uhr morgens seinen Lauf nehmen würde, machten wir uns zu den bekannten Hotspots aus, die gut zu Fuß in einer Viertelstunde erreichbar waren.
Außer jede Menge Straßenreinigungstrupps, die mühsam das Konfetti vom Vortag zusammenfegten,...
.. war nirgends vom Carneval eine Spur.
Also trotteten wir zurück zum Schiff und machten nachmittags um halb fünf einen neuen Anlauf.
Jetzt waren anscheinend die 1,5 Millionen Einwohner von Recife und nochmal so viele aus dem Umland in der Altstadt unterwegs, um zu feiern.
Irgendwann wurdenwir von der Menge aufgesogen und durch die Straßen mitgeschleift, ...
... vorbei an unzähligen Ess- und Getränkeständen.
Als es Zeit wurde zum Schiff zurückzukehren, ...
... kämpften wir uns aus der Menge heraus, ...
... um in ruhigeren Gefilden den Rückzug antreten zu können.
Dies ist eine Bluetooth-Fernbedienung fürs Handy. Man steckt sich das Ding an den Zeigefinger der linken Hand und kann mit dem Daumen die Handy-Kamera auslösen. Das ist gerade in der Menge unbezahlbar. Man kann das Smartphone am gestreckten rechten Arm über die Köpfe der Menge halten und mit dem Daumen der linken Hand bequem den Auslöseknopf der Fernbedienung drücken. Auch Selfies können wir jetzt ohne Verrenkungen machen.
Um 20:00 Uhr legte die ARTANIA ab.
42. Reisetag – Dienstag (Faschingsdienstag), 17.02.2026 – Maceió/Brasilien
Nein, heute stand nichts Karnevalistisches auf unserem Programm, sondern nur ein schnöder Strandbesuch.
Mit Uber ließen wir uns an den bekannten ca. 5 Kilometer vom Hafen entfernten Stadtstrand Ponta Verde, genauer zur Strandbar Lopana, fahren.
Die Strandbar wurde uns von einer KI empfohlen, weil man dort Sonnenschirme ausleihen kann und Duschen und WC vorhanden sind.
Für 120 Real (20 €) bekamen wir dort zwei Stühle, ein Tischchen und einen Sonnenschirm am Strand.
Der Stadtstrand zieht sich über mehrere Kilometer parallel zu einer Hauptverkehrsstraße und ist überaus bevölkert.
Die unzähligen Strandverkäufer, die Getränke, Süßwaren, Eis, Strandspielzeug, Schmuck, Klamotten und sogar elektronische Kleingeräte feilbieten, sind eher zurückhaltend. Da haben wir schon aufdringlichere Verkäufer erlebt.
Aufgefallen sind uns die vielen Dosensammler, die mit riesigen Säcken am Strand hin und her zogen. In Brasilien gibt es zwar kein Pfandsystem wie in Deutschland, aber anscheinend können sich diese Menschen dennoch mit dem Schrottwert der Dosen ein paar Real (R$) verdienen.
In unserem Strandgepäck befand sich auch unsere Schnorchelausrüstung, obwohl hier bei Ebbe zu schnorcheln wenig sinnvoll erscheint. Aber es ging uns auch nur darum, die Masken und die Schnorchel, die wir vor der Reise gekauft hatten, mal auszuprobieren. Die Sachen wurden für gut befunden und einem Schnorchelausflug, irgendwann mal, steht jetzt nichts mehr im Wege.
So gesehen, war unser Strandtag erfolgreich, auch wenn wir hier keinen 2-wöchigen Badeurlaub machen würden.
43. Reisetag – Mittwoch (Aschermittwoch), 18.02.2026 – Salvador da Bahia/Brasilien
Mit fast 3 Millionen Bewohnern ist Salvador da Bahia die nächste brasilianische Metropole auf unserer Route.
Um 14:00 Uhr machte die Artania an der Pier ganz in der Nähe der Altstadt fest.
Am Hafenterminal wurden die Passagiere der ARTANIA von einer Dame in der für Bahia typischen Tracht begrüßt.
Der musikalische Empfang war nicht ohne. Die Band hatte einen Sound wie weiland Santana in den Zeiten von Woodstock. Ich war beeindruckt.
Mit Rosemarie, die wir schon im vorletzten Jahr auf der ARTANIA kennengelernt hatten, machten wir uns auf, der stark touristisch geprägten Oberstadt einen Besuch abzustatten. Die Oberstadt liegt etwa 80 Meter über dem Meer, aber es gibt 2 bequeme Möglichkeiten, die Höhenmeter zu bewältigen. Nach einem kurzen Spaziergang vom Hafen in westlicher Richtung gelangt man zum Elevador Lacerda, einem Aufzug, mit dem man in die Oberstadt hochfahren kann. Oder man bewegt sich vom Hafen in östlicher Richtung und kommt zur Talstation einer Standseilbahn, die zur besagten Oberstadt hochfährt.
Unser Konzept für heute: Mit dem Aufzug hoch und mit der Standseilbahn wieder runter.
Der Aufzug sollte eigentlich 1 Real (0,16 €) kosten, aber zumindest heute war das Fahrvergnügen gratis. Die lange Schlange konnte uns nicht abschrecken und allzu viel Geduld war auch gar nicht gefragt, denn sie baute sich relativ rasch ab.
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Auch in der Oberstadt etwas abseits der touristischen Hotspots fanden wir ehemals prächtige Gebäude in einem erbarmungswürdigen Zustand.
Nachdem wir in der Oberstadt ein wenig rumgestromert waren, begegneten wir plötzlich einem regen Karnevalstreiben.
Wie? Es ist doch Aschermittwoch!
Ja, aber hier in Salvador feiert man gerne ein wenig nach und so zogen dem Aschermittwoch zum Trotz noch einige Blocos durch die Straßen.
Ein "was auch immer" (Guru, Voodoo-Priester, Touristennepper?), segnete segnungswillige Leute. Auch unsere Rosemarie ließ sich mit dem Pflanzenbüschel abwedeln. Klar, dass diese sakrale Handlung nicht kostenlos war (1 US-$). Das heute in den Kirchen gespendete Aschenkreuz wäre umsonst gewesen.
Unser Plan, mit der Standseilbahn wieder runterzufahren, scheiterte, da sie heute außer Betrieb war.
Die Frage „Aufzug oder Laufen?“ wurde zugunsten des Aufzugs beantwortet.
Die ARTANIA blieb über Nacht in Salbador liegen, eine letzte Auswirkung der Routenänderungen durch den Ausfall von Guyana und Belem.
44. Reisetag – Donnerstag, 19.02.2026 – Salvador da Bahia/Brasilien
Mit dem Tag 2 in Salvador waren wir wieder voll im ursprünglichen Routenplan.
Für heute hatte wir uns so gut wie nichts vorgenommen.
Lediglich ein paar kleine Einkäufe waren erforderlich, nämlich Sonnenschutz (Faktor 50) und eine Handyschale für mich. Meine derzeitige Handyschale ist magnetisch, was allerdings beim Betreiben einer Kompass-App kontraproduktiv ist. Und manchmal ist es schon wichtig, sich beim Orientieren auf die korrekte Himmelsrichtung verlassen zu können.
Diese Telefonzelle (außer Betrieb) wurde nicht von der Phoenix Reisen GmbH in Bonn aufgestellt, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht.
Hier im Vergleich dazu das echte Phoenix Logo.
Bei diesem Einkaufsbummel kamen wir auch an der Standseilbahn vorbei, d. h. wir kamen nicht vorbei, sondern fuhren spaßeshalber hoch, genossen oben kurz den Ausblick und fuhren gleich wieder runter.
Auch hier brauchte der eigentliche Fahrpreis von 0,15 Real (0,02 €) nicht entrichtet werden. Wahrscheinlich ist irgendwer dahintergekommen, dass es weniger Kosten verursacht, keine Tickets zu diesem Preis zu verkaufen, statt ein Kassenhäuschen mit einem Kassierer zu betreiben.
Fast wäre der Tag völlig unspannend verlaufen, wenn nicht am Hafenterminal die Sicherheitskontrolle für ein wenig Abwechslung gesorgt hätte.
Wie üblich legte ich meinen Rucksack, den Brustbeutel, in dem mein Handy steckt und meine Uhr in eine Schale, die dann auf einem Band im Röntgenapparat verschwindet. Hinter meinen Landgangsutensilien folgte die Schale mit den Sachen von Doris. Auf der anderen Seite des Röntgenapparats kamen die Sachen dann wieder zum Vorschein. Während ich unbehelligt meine Sachen an mich nehmen und die Uhr wieder ums Handgelenk machen, Brustbeutel wieder umhängen und Rucksack umschnallen konnte, musste Doris ihren Rucksack völlig auf Links machen und vollständig ausleeren. Zwischendurch fiel das Wort „Knife“ (Messer). Doris‘ mittlerweile leerer Rucksack wurde eingehend untersucht – ohne Befund. Da ich neben Doris stand und ihr mehr oder weniger tröstliche Worte zukommen ließ, setzte sich bei den Security-Leuten die Erkenntnis durch, dass sie vielleicht gerade den falschen Rucksack gefilzt hatten. Ich hingegen war gerade am überlegen, ob ich ihnen nicht mein Schweizer Taschenmesser zeigen sollte, dass sich neben dem Handy im Brustbeutel befand, als ich aufgefordert wurde, meinen Rucksack noch einmal durch die Messer-Finde-Maschine durchleuchten zu lassen. Die sie keinerlei Interesse an meinem Brustbeutel zeigten, beschloss ich meinen Mund zu halten. Da auch mein Rucksack messerfrei war, ließ man uns mehr oder weniger ratlos von dannen ziehen.
Interessant, dass es gestern bei der gleichen Kontrolle und besagtem Taschenmesser keine Beanstandung gegeben hat.
Auch in allen anderen Häfen machte mein schönes Schweizer Offiziersmesser keinerlei Probleme. Im Gegensatz bei den Kontrollen an den Flughäfen, sind in den Häfen Taschenmesser und auch Flüssigkeiten, egal ob Wasser, Schnaps oder Flüssigsprengstoff kein Problem.
Nur einmal vor einigen Jahren in Auckland wurde mein Messerchen konfisziert und vor der Abfahrt einem Sicherheitsoffizier der ARTANIA übergeben, der es mir dann wieder ausgehändigt hat.
Solch eine Prozedur oder zumindest eine lästige Diskussion habe ich mir durch mein taktisches Mundhalten erspart.
Um 18:00 Uhr legte die ARTANIA ab.
45. Reisetag – Freitag, 20.02.2026 – Ilhéus/Brasilien
Sehenswert in Ilhéus ist das historische Stadtzentrum und die 30 Meter hohe Christus Statue. Wissenswert ist, dass in Ilhéus ca. 200.00 Bewohner beheimatet sind und der Ort als Zentrum des Kakaoanbaus bekannt ist.
Der Weg zur Statue ist recht lang und wir hatten ihn bereits im letzten Jahr tapfer bewältigt, so das wir diesen Punkt guten Gewissens von der To-Do-Liste streichen konnten.
Die diesjährige Reise mit der ARTANIA deckt sich in vielen Zielen zwischen Brasilien und Chile mit der Reise im letzten Jahr.
Somit begnügten wir uns mit einem kleinen Stadtrundgang im historischen Stadtzentrum.
Die Entdeckung des Tages war dieser Buchladen.
Hier gibt es bestimmt jedwedes gewünschte Taschenbuch. Nur wie der Buchhändler es dann findet bzw. ausgräbt, blieb uns leider verschlossen.
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