06. Blogeintrag 21.02.2026 - 07.03.2026
46. Reisetag – Samstag, 21.02.2026 – Seetag
Der letzte Seetag vor dem Ende eines Reiseabschnitts ist immer ein Besonderer. Und so war es auch heute wieder.
Ein Höhepunkt jagte den Nächsten.
Vormittags um 11:00 Uhr fand der allseits beliebte Stadl-Frühschoppen in der Kopernikus Bar mit Freibier und bayerischen Schmankerln statt.
Wir nutzten diesen Event immer ganz gern als vorgezogenes Mittagessen, denn Weißwurst, Leberkäse und gebratenes Bauchfleisch schmeckten gut. Leider ist es dem Küchenteam bei den letzten Stadl-Frühschoppen nicht gelungen, die besagten Schmankerln vernünftig warm zu halten. Und eine Weißwurst die noch weniger als lauwarm temperiert ist, schmeckt eben nicht mehr so besonders, auch wenn die Außentemperatur 30° beträgt. Deshalb verzichteten wir heuer darauf, den Frühschoppen mitzufeiern.
Am Nachmittag lockte das „Wiener Kaffeehaus“ mit Sachertorte, Topfen- und Apfelstrudel sowie Kaiserschmarrn.
Für 17:45 konnten wir dem Tagesprogramm folgendes entnehmen:“ Ihr Kapitän Alex Zinkovskyi, Ihr Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka sowie das Artania Team laden Sie zum Abschieds-Cocktail dieser Reise ein! „
Danach, ab 18:00 Uhr, öffneten die Restaurants für das Gala Dinner.
47. Reisetag – Sonntag, 22.02.2026 – Búzios/Brasilien
Búzios ist eigentlich nur ein Fischerdorf, erlangte aber eine gewisse Berühmtheit, weil hier 1964 Brigitte Bardot für 5 Monate gewohnt hat. Búzios wurde ein mondäner Badeort und ist ein beliebtes Ferienziel für die Brasilianer und am Wochenende beliebtes Ausflugsziel, auch für die Bewohner des ca. 180 Kilometer entfernten Rio de Janeiro.
Gegen 11:00 Uhr hat die ARTANIA den Anker geworfen. Neben unserer ARTANIA ankert ein dickes MSC-Schiff, die Seaview.
Außerdem ist Sonntag, diese Konstellation (mondän, dickes MSC-Schiff und Wochenende) lässt nicht auf einen ruhigen Spaziergang an der Strandpromenade hoffen.
Deshalb ließen wir erst einmal alle die von Bord tendern, die es eilig hatten und gingen erst am Nachmittag an Land.
Es gehört zum Pflichtprogramm, Brigitte Bardot einen Besuch abzustatten.
Hier konnten wir wunderschön beobachten, wie sich Menschen in den seltsamsten Posen zusammen mit der Bronzefigur fotografieren ließen oder Selfies machten.

Die Bronzeskulptur „Drei Fischer“ (Os Três Pescadores)
spiegelt die Geschichte des einstigen Fischerdorfes wider.
Nach einem guten Stück des Weges entlang der belebten Uferpromenade kamen wir an einen weiteren Anleger, wo die Tenderboote der MSC Seaview (5.000 Passagiere), die hier ebenfalls auf Reede lag, festmachten.
Die Tenderboote waren um einiges größer als die der ARTANIA. Bemerkenswert und auffällig ist deren offenes Oberdeck.
So eine Ausführung eines Tenderbootes hatten wir bisher noch nicht gesehen.
Nach einem 2-stündigen Landgang tenderten wir zurück zur ARTANIA.
Der Herr, der sich während der Fahrt auf die Sitzbank gestellt hatte, hat sicherlich den Hinweis im Tagesprogramm nicht gelesen.
<Ironie an> Denn wenn er den Hinweis gelesen hätte, hätte er nie und nimmer diese akrobatische Einlage unternommen. </Ironie aus>
Leider schreitet die Tendercrew in solchen Fällen nicht ein. Entweder traut sie sich nicht, Passagiere zurechtzuweisen, aber höchstwahrscheinlich ist sie durch die Schiffsleitung auch gar nicht explizit angewiesen, hier konsequent einzuschreiten.
Natürlich könnte es mir relativ egal sein, wenn der uneinsichtige Herr bei der nächsten unerwarteten Schiffsbewegung „abstürzt“ und sich die Knochen bricht. Aber möglicherweise fällt er eher nicht sehr hart, weil er auf einem oder mehreren Sitznachbarn landet, die sich dadurch verletzen können, was diesem Herren wiederum egal zu sein scheint. Dieses ignorante Verhalten ist bedauerlicherweise nicht die Ausnahme, sondern ist bei den Tenderfahrten eher die Regel.
Um 19:00 Uhr lichtete die ARTANIA den Anker und nahm Kurs auf Rio de Janeiro.
48. Reisetag – Montag, 23.02.2026 – Rio de Janeiro/Brasilien (1/3)
Als wir am Morgen gegen 8:00 Uhr an der Pier in Rio de Janeiro festmachten, war der Himmel stark bewölkt und es war dunstig.
Das waren ganz schlechte Voraussetzungen für das Standard-Besichtigungsprogramm (a) Christusstatue, (b) Zuckerhut und (c) Copacabana, weil zumindest bei (a) und (b) klare Sicht von Vorteil ist.
Da wir diese Highlights bei vorherigen Besuchen in Rio bereits abgeklappert hatten, konnten wir das trübe Wetter gelassener sehen als die Gäste, die die entsprechenden Ausflüge gebucht hatten.
Wir wollten stattdessen mit der Fähre nach Niterói fahren. Hier stehen einige Gebäude, die der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer entworfen hat und die im Reiseführer wie folgt kurz skizziert werden:
- Teatro Popular Oscar Niemeyer: Ein wellenförmiges Theater mit einer gelben Fassade und Keramikbildern von Niemeyer.
- Memorial Roberto Silveira: Ein kuppelförmiges Gebäude, das ein Dokumentationszentrum beherbergt.
- Fundação Oscar Niemeyer: Ein beeindruckendes Bauwerk, das fast wie ein Schneckenhaus geformt ist.
Bereits bei unserem letztjährigen Aufenthalt hier in Rio hatten wir von unserer damaligen Führerin vernommen, dass für Senioren alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos genutzt werden könnten, auch von ausländischen Touristen. Aber so ganz sicher war sie sich nicht.
Wir hatten jetzt mal im Internet recherchiert und kamen wir zu dem Ergebnis, dass auch für Ausländer, die älter als 60 Jahre sind, die Nutzung des gesamten ÖPNV in Rio kostenlos ist.
Wobei sich das Fahren mit der Straßenbahn an einfachsten gestaltet.
Dort gibt es nämlich keine Drehkreuze, Sperren oder Ähnliches die es mittels Karte, Handy oder QR-Code zu überwinden gilt. In der Metro und in den Fährterminals wäre es so, dass es neben den Sperren einen speziellen Eingang gibt, der von einem Service-Mitarbeiter nach Vorzeigen des Originalreisepasses geöffnet wird.
Manchmal würde aber auch eine Kopie des Ausweises genügen, meinte das Internet.
Mal sehen, Probieren geht über Studieren.
Mit nur den Kopien unserer Reisepässe in der Tasche starteten wir unser Unternehmen. Die Original-Pässe ließen wir lieber bei der Rezeption auf dem Schiff. Denn wenn die unterwegs wegkämen, hätten wir für den Rest der Reise wohl echte Probleme, denn ohne Pass ist man kein Mensch mehr.
Mit den Straßenbahnen der Linie 1 und der Linie 4 fuhren wir mit ein mal Umsteigen zur Station Praca XV. Dort befindet sich das Fährterminal.
 20260223_111618a_ji.jpg)
Die beiden linken elektrischen Schranken werden, falls erforderlich, von einem Mitarbeiter geöffnet.
Am Eingang zeigten wir die Kopien vor und ohne Probleme wurde eine Schranke für uns geöffnet.
Wir bestiegen die Fähre, die uns in 20 Minuten nach Niterói brachte.
Vom Fährterminal in Niterói waren es nur wenige Gehminuten bis zu dem Gelände mit den Niemeyer-Bauten.
Als wir auf das erste Niemeyer-Gebäude zusteuerten, sprach uns eine junge Dame an, die sich als Mitarbeiterin der örtlichen Touristeninformation vorstellte.
Sie würde uns begleiten, einmal zu unserer Sicherheit und zum anderen, um mit entsprechenden Erklärungen uns das hiesige Niemeyer-Ensemble näher zu bringen. Die Führung sei selbstverständlich kostenlos.
So erfuhren wir, dass Niterói eine eigenständige Stadt ist und kein Stadtteil von Rio.
 20260223_123402_ji.jpg)
Das Fundação Oscar Niemeyer. Die Stiftung sammelt und erforscht Archivmaterial, Zeichnungen, Modelle und Dokumente zu Oscar Niemeyers Leben und Schaffen.
Wir bekamen auch folgende interessante Information:
Im dritten Niemeyer-Gebäude auf diesem Areal, das Memorial Roberto Silveira sollte eigentlich eine Dauerausstellung über Roberto Silveira, einer zentralen Figur der politischen Geschichte Niteróis, beheimatet sein. Aber wegen Schimmelbildung im Gebäude mussten alle Exponate und Dokumente ausgelagert werden.
Das Gebäude hat keine Fenster, eine zu schwache Klimaanlage, und schlechte Isolierung, sodass es im Inneren des Gebäudes stetig feuchtwarm ist, wodurch der Schimmelbefall vorprogrammiert war. Ein klassisches Beispiel für den Gegensatz von Design und Funktionalität.
Wir hatten uns von der Niemeyer-Architektur mehr versprochen, denn so richtig angesprochen hat sie uns (Banausen?) nicht.
Wir verabschiedeten uns von unserer Führerin (mit einem kleinen Trinkgeld) und bummelten noch ein wenig durch Niterói ...
... ehe wir uns mit der Fähre wieder zurück nach Rio bringen ließen.
Die Ausflügler vom Zuckerhut und dem Corcovado, dem 710 Meter hohen Berg, wo die berühmte Christusstatue Cristo Redentor steht, hatten wirklich Pech. Es hat den ganzen Tag nicht aufgeklart und so blieb ihnen der versprochene Ausblick auf Rio versagt.
Morgen beginnt eine neue Etappe, somit war es heute für viele der letzte Reisetag. Denen nutzte es aber nichts, dass die ARTANIA noch morgen und übermorgen hier liegen wird und sich Wetter und Sicht eventuell verbessern.
49. Reisetag – Dienstag, 24.02.2026 – Rio de Janeiro/Brasilien (2/3)
„Kurs Feuerland, Kap Hoorn & Chiles Fjorde“ lautet der Titel des neuen, dritten Reiseabschnitts, der heute begann. Mit dem Abschnittswechsel wechselte auch der Kreuzfahrtdirektor und der Kapititän. Klaus Gruschka wurde von Moritz Stedtfeld abgelöst und der eher zurückhaltende Kapitän Alex Zinkovskyi übergab das Ruder an den lebhaften und volksnahen Kapitän Morton Hansen.
Es sollten im Laufe des Tages und des Abends ca. 200 Passagiere mehr kommen, als heute abreisen. Damit wird die ARTANIA mit 1000 Gästen rappelvoll.
Unser heutiges Vorhaben: Besuch der Bibliothek Real Gabinete Português de Leitura, und anschließend ein Bummel durch den Stadtteil Santa Teresa.
Mit der Straßenbahn der Linie 1, die direkt vor unserem Hafenterminal abfuhr zur Station Sete Setembro und rasch zu Fuß zur Bibliothek. Das mit dem „rasch“ hat nicht funktioniert, weil wir immer wieder abgelenkt wurden und so vom rechten Weg abgekommen sind. So hatte sich in einer kleinen Straße vor einem Gebäude mit heruntergelassenen Rollos eine Menschenschlange gebildet, was selbstredend unsere Neugier geweckt hat.
Auf einem unscheinbaren Leuchtschild lasen wir „Confeiteria Colombo“ ...
... und fütterten mit diesen Worten und dem Namen der Straße (Rua Gonçalves) ChatGPT und lernten: Das Confeitaria Colombo ist eine der berühmtesten und traditionsreichsten Konditoreien Brasiliens – ein echtes Wahrzeichen von Rio de Janeiro im Belle Époque Stil.
Um 11:00 Uhr wurden die Rollos hochgezogen ...
... und so konnten wir uns diese ikonische Lokation von außen ansehen und fotografieren.
Die nächste Ablenkung waren diverse Elektronikläden. Doris brauchte eine neue Smartwatch, weil ihre alte den Geist bzw. den Akku aufgegeben hatte. Für umgerechnet 25 € wurden wir fündig.
Der nächte „Zeiträuber“ war die Kirche Igreja de São Francisco de Paula und so war der Vormittag bereits rum, als wir die endlich die Bibliothek Real Gabinete Português de Leitura (Königlich portugiesisches Kabinett der Literatur) betraten. Das Internet wusste dazu folgendes zu sagen: „Diese Bibliothek im Zentrum sieht aus, als stamme sie direkt aus einem Harry-Potter-Film. Sie gilt als eine der schönsten Bibliotheken der Welt.“
Der Lesesaal konnte kostenlos besichtigt werden.
Den Ratschlag, dort bis spätestens 10:00 Uhr hinzukommen, ehe der Massenansturm erfolgt, hatten wir aus den bereits erläuterten Gründen nicht befolgen können.
Der Lesesaal war zwar gut besucht, aber man konnte sich trotzdem in Ruhe umschauen. Und das Internet hatte nicht gelogen, der Eindruck war überwältigend.
Jetzt war es für Santa Teresa schon ein wenig spät, also musste auf die Schnelle ein Plan B aus dem Ärmel geschüttelt werden. Der sah vor, zunächst das Theatro Municipal (Stadttheater) zu besichtigen.
Die Besichtigung war aber leider nur von außen möglich, obwohl das Internet etwas anderes suggeriert hatte.
Somit war dieser Tagesordnungspunkt schneller als gedacht abgearbeitet,
Ein Geocache lockte uns noch zum Kloster Mosteiro de São Bento mit seiner sehenswerten Klosterkirche, deren Interieur vollständig mit Blattgold verkleidet ist.
Damit ließen wir es für heute bewenden und Santa Teresa wurde auf morgen vertagt.
 20260224_165522_ji.jpg)
Am Hafengelände: Das „Etnias“-Wandgemälde, eines der größten Graffiti der Welt (15 Meter hoch und 170 breit).
50. Reisetag – Mittwoch, 25.02.2026 – Rio de Janeiro/Brasilien (3/3)
Der Stadtteil Santa Teresa wird meist mit den folgenden Begriffen charakterisiert: Bohème-Viertel, koloniale Architektur, Künstlerflair, enge Gassen, historische Straßenbahn und spektakuläre Ausblicke über Rio.
Also mussten wir da hin.
Mit der (modernen) Straßenbahn und dann in einen öffentlichen Bus umsteigen – so sollte es funktionieren – zumindest theoretisch. Aber dorthin, wo uns Google-Maps nach dem Ausstieg aus der Straßenbahn hinführte, gab es weit und breit keine Bushaltestelle.
Wir gaben uns geschlagen und unseren ehrgeizigen Plan, in Rio Bus zu fahren auf. Stattdessen bestellten wir uns per UBER ein Fahrzeug, das uns zum Largo dos Guimarães brachte, einem bekannten Platz in Santa Teresa.
Hier tranken wir erst einmal gemütlich einen Kaffee.
Das Viertel mit seinen Gebäuden, den vielen Graffities an den Hauswänden, die Kneipen und Lokale, die Läden mit hübschem Kunsthandwerk - das alles zusammen sorgt für das besonderes Flair.
Besonders die historische Straßenbahn ist bei den Touristen äußerst beliebt.
Sie ist hier allgegenwärtig, einmal natürlich als die Straßenbahn selbst, ...
... auf Tassen, Magneten, Bildern und als große und kleine Modelle in den Souvenirläden, ....
... aber auch als Motiv in den zahlreichen Gemälden an Häuserwänden und Mauern.
In den Souvenirläden wird nicht nur der übliche Krempel angeboten, sondern auch hübches und ideenreiches Kunsthandwerk.
Es gab unzählige urige Kneipen und Restaurants, ...
.. sogar eines mit Schnitzel und Eisbein mit Sauerkraut auf der Speisekarte.
Seit 1953 bis heute baut VW in Brasilien Autos. Hier in Santa Teresa trafen wir auf zwei besonders schöne VW-Oldtimer.
Vom Largo dos Guimarães strebten wir zu Fuß dem nächsten Hotspot entgegen, der Parque das Ruínas. Die Ruine eines alten Palasts ist hier nur Beiwerk, denn der Blick auf Rio und den Zuckerhut ist das, was die Besucher anzieht, wie z. B. auch 3 Phoenix-Ausflugsbusse. Es gelang uns aber, die Reiseleiter zu überzeugen, dass sie uns nicht mit einzusammeln brauchten, als die „Besuchszeit“ auf der Aussichtsplattform für die Ausflügler abgelaufen war.
Unser letzter Punkt, ein mittlerweile ebenfalls absolutes Muss, ist die mit unzähligen bunten Fliesen verzierte Treppe Escadaria Selarón.
Von oben kommend wirkt die steile Treppe recht unscheinba.
Geht man aber ein paar Stufen hinunter und blickt zurück, sieht die Sache schon anders aus.
Je weiter wir nach unten kamen, um so mehr Menschen bevölkerten die Stufen.
Wir hatten diese Treppe 2015 bei unserem ersten Besuch von Rio schon einmal besichtigt. Damals war hier (fast) keine Menschenseele.
Was seitdem den Hype für dieses in der Tat faszinierende Gesamtkunstwerk ausgelöst hat, bleibt im Dunkeln.
Damals verzichteten wir, die Treppe von unten nach oben zu besteigen.
Aber jetzt, 11 Jahre später, konnten wir, dank Doris‘ geschickt gewählter Wegstrecke, die Treppe von oben nach unten hinuntergehen, was signifikant weniger anstrengend ist als umgekehrt.
Die Straßenbahnhaltestelle war nicht allzuweit von der Treppe entfernt und wir fuhren zurück zum Schiff, verschwitzt und groggy.
Da schmeckte das Fläschchen Bier, dass ich mir gleich nach Ankunft in der Kabine gönnte, doppelt gut.
Die für 17:15 Uhr angesetzte Rettungsübung musste um eine halbe Stunde verschoben werden, da einige Ausflugsbusse im Verkehr steckengeblieben waren und sich verspäteten.
Nach dem Ablegen in der Abenddämmerung konnten wir noch einmal einen letzten Blick auf den Zuckerhut werfen.
Jetzt hatten wir erst einmal zwei ruhige Seetage vor uns.
51. Reisetag – Donnerstag, 26.02.2026 – Seetag
Nach vollen 3 Tagen Rio hießen wir die beiden nun folgenden Seetage willkommen. Das Bordprogramm war für die Gäste wieder vollgepackt mit Bespaßungen aller Art.
Der Tag heute stand ganz im Zeichen der Begrüßungsgala unter anderem mit der Möglichkeit sich mit dem Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor fotografieren zu lassen.
Der übliche Nachmittagskaffee wurde um das Pink-Waffles Angebot ergänzt.
Nachdem es mir die letzten 3 Tage gelungen war, mein Taschenmesser durch die Gepäckkontrolle im Hafen von Rio zu schleusen, ist es nun spurlos verschwunden, obwohl es ganz sicher noch auf dem Schiff sein muss.
Gestern nach dem Landgang hatte ich es in der Kabine, denn ich hatte damit den Kronkorken von der Bierflasche entfernt. Seitdem habe ich das Schiff nicht mehr verlassen. Also musste ich es irgendwo auf der ARTANIA verloren haben, vielleicht während der Rettungsübung in der ARTANIA-Show-Lounge oder im Lido Restaurant oder irgendwo in den Gängen. Im Normalfall werden Fundsachen an der Rezeption abgegeben, wo diese in einer Plastikkiste aufbewahrt werden. In der Kiste lagen einige nützliche Dinge, aber leider nicht das Messer.
Wenn es sich nicht selbstständig über Bord gestürzt hat, müsste es jemand gefunden haben. Vielleicht hat es sich mittlerweile mit dem Atlas angefreundet, der seit über 2 Wochen aus der Bibliothek ebenfalls endgültig verschwunden ist.
52. Reisetag – Freitag, 27.02.2026 – Seetag
War es gestern in der Bibliothek zum wiederholten Male ungemütlich kalt, so wurde das heute nochmal um einige Celsius-Grade getoppt.
Benjamin von der Gold- und Silberberatung, der in der Bibliothek die Fragen, Anregungen, Reklamationen, aber auch Lob entgegennimmt, rief einen Klimatechniker an und beschrieb die Situation wie folgt: Noch ein paar Grad weniger und Eiscreme würde nicht mehr schmelzen.
Trotz dieser bildhaften Schilderung blieb es weiterhin kalt.
Wir hatten den Kreuzfahrtdirektor auf das Thema angesprochen, aber er konnte keine Abhilfe garantieren. Beim letzten Werftaufenthalt sei die Klimaanlage umgebaut worden. Nun können im Schiff nicht mehr einzelne Räume separat klimatisiert werden. Es wird aber seit geraumer Zeit versucht, gewisse Einstell-Parameter zu variieren, um die Situation zu verbessern.
Der Klimatechniker hatte anscheinend daraufhin einen Regler in die falsche Richtung gedreht, denn am Abend wurde Harry’s Bar zum Eiskeller.
Im Restaurant Vier-Jahreszeiten hingegen waren am Nachmittig bei der Motto-Kaffeestunde die Temperaturen OK
Vielleicht ist das Klimaproblem gar nicht befriedigend lösbar. Stellt man die erwähnten ominösen Parameter so ein, dass in einem Teil des Schiffs die Temperatur in Ordnung ist, werden andere Bereiche zu warm oder zu kalt.
Jetzt hoffe ich sehr, dass meine Theorie zur Schiffs-Klimaanlage falsch ist.
53. Reisetag – Samstag, 28.02.2026 – Punta del Esta/Uruguay
Punta del Este ist ein beliebter Urlaubsort in Uruguay. In der Hauptsaison übertreffen die Urlauber zahlenmäßig die Einwohner (20.000). Jährlich besuchen ca. 600.000 bis 700.000 Touristen die Stadt, vor allem in der südamerikanischen Sommer-Hauptsaison (Dezember bis März).
Diese Zahlen lassen vermuten, dass es sich hier um ein weniger attraktives Ziel handelt und dass dem so ist, hatten wir bereits im letzten Jahr feststellen können.
Die ARTANIA warf gegen 11:00 Uhr den Anker.
Der Tenderweg ist sehr lang (mehr als 20 Minuten), deshalb kamen neben unseren Tendern auch hiesige Boote zum Einsatz, die mit einer Kapazität für 180 Personen um einiges größer waren als die Rettungsboote der ARTANIA.
Da um 16:00 Uhr noch alle Landgänger an Land oder auch schon wieder zurück auf dem Schiff waren, waren Doris und ich die einzigen Passagiere auf dem 180-Mann-Tenderboot, die um diese Zeit noch in den Ort wollten.
Wir pilgerten zur „La Mano“, einer Skulptur am Strand und wieder zurück und damit war unser heutiges Landgangsprogramm auch schon wieder zu Ende.
Die Stadt selbst hat keinerlei Flair und die Fußgängerzone mit den Geschäften, Restaurants und Souvenierläden ist austauschbar.
Unser Weg zurück zur Tenderpier führte an der Strandpromenade entlang.
Dabei stellen wir fest, dass der gewöhnliche „Uru“ nur folgende Dinge braucht: Einen Klappstuhl, eine Thermoskanne mit heißem Wasser, einen Becher gefüllt mit Mate-Bättern und dem zugehörigen metallenen Trinkröhrchen.
Wir sahen sie überall am Strand und an der Promenade, Familien, Paare und Freundesgruppen, unterhielten sich und warteten auf den Sonnenuntergang.
Die Tenderfahrt um halb sieben zurück war nicht mehr ganz so exklusiv wie die Hinfahrt, das Boot war rappelvoll.
Um 20:00 wurde der Anker gelichtet und die ARTANIA nahm Kurs auf Montevideo, das genau wie Punta del Este im Mündungsgebiet des Rio de la Plata liegt, also nur einen Steinwurf weit entfernt (70 Seemeilen).
In Sachen Klima auf dem Schiff tut sich anscheinend etwas. Heute früh wurde ein mit einem Thermometer ausgestatteter Techniker gesichtet, der Temperaturmessungen vornahm.
54. Reisetag – Sonntag, 01.03.2026 – Montevideo/Uruguay
An diesem Sonntag in der Hauptstadt von Uruguay ließen wir es locker angehen.
Keine großen Pläne für den Landgang, sondern einfach nur durch die autofreien Straßen bummeln, irgendwo einen Kaffee trinken, ...
... schauen was es zu sehen gibt ...
... und weiter bis zum Plaza Independence pengeln.
Hier befindet sich das Mausoleum, wo José Gervasio Artigas (1764–1850), der als Nationalheld und "Vater der Nation" verehrt wird, bestattet ist. Das Mausoleum ist eine Gedenkstätte in einer großen Halle mit gedämpftem Licht. In die führen mehrere Treppenstufen hinunter. Als wir auf der Treppe der Halle zustrebten, öffnete sich plötzlich die Wand rechts von uns und heraus schritten zwei Wachsoldaten, ...
... um ihre beiden Kameraden, die in der Halle die Ehrenwache hielten, abzulösen.
Jetzt da wir wussten, dass sich die Wand auftuen kann, konnten wir in Ruhe beobachten und fotografieren, wie die beiden abgelösten Wachleute über dieses Sesam-Öffne-Dich entschwanden.
Im Gegensatz zu Punte del Este hat Montevideo echtes Flair und es war eine Freude, bei angenehmen Temperaturen durch die Straßen zu spazieren.
In der Fußgängerzone Sarandí stießen wir auf den Espacio de los Soles. (PLatz der Sonnen), einem Walk of Fame.
Hier wurden Berühmtheiten aus Uruguay verewigt, aber man findet auch international bedeutetende Namen, wie z. B. Nelson Mandela oder die Rolling Stones.
Neben Kunst und Kultur erfreuten uns die Auslagen in diesem Süßwarengeschäft.
Da wurden Kíndheitserinnerungen wach. Damals konnten wir diese Bonbons in der Bäckerei einzel kaufen (1 Pfennig/Stück) und bekam sie von der Verkäuferin in einem Spitztütchen mit Sternen drauf überreicht. Hier und heute kostete das Kilo umgerechnet 15 Euro, das waren seinerzeit 30 DM gewesen. Dafür hätte man 3000 Stück bekommen.
Direkt am Hafen befindet sich eine Markthalle, in der auch mehrere Restaurants untergebracht sind, wo auf offenen Holzfeuern Steaks gegrillt werden.
Hier ein Steak zu verspeisen ist ein absolutes Muss, was sowohl die Reiseführer als auch Mitreisende anpriesen, die hier schon mal gespeist hatten. Nur soll es schwierig sein, zur Mittagszeit einen Platz zu bekommen.
Aber Victor Hugo, so stellte sich der „Platzanweiser“ eines der Restaurants vor, hatte noch einige Plätze in petto.
Außerdem präsentierte er uns, was der Grill an Fleisch alles zu bieten hat. Wir entschieden uns für ein Ribeye Steak.
Wir hätten sogar an der Theke Platz nehmen können, was noch landestypischer sein soll als an einem Tisch zu sitzen. Aber da sich er große mit Holzfeuer betriebene Grill direkt hinter dem Tresen befand und eine unglaubliche Hitze ausstrahlte, zogen wir einen schnöden Tisch vor.
Da die Steaks sehr groß sein sollten, rieten Internet und Reiseführer, zu zweit nur eins zu ordern, womit sie nicht ganz unrecht hatten, aber auch nicht ganz recht. Das Steak war mehr als hervorragend, groß (ca. 400 Gramm) zart und äußerst schmackhaft. Zwar waren wir danach eigentlich richtig satt, aber wir hätten auch durchaus noch ein wenig weiter essen können - mehr brauche ich wohl über die Qualität nicht zu sagen.
Zurück auf dem Schiff blieb noch allerhand zu tun bzw. zu beobachten, wie z. B. den Wechsel von Teilen der Crew.
Bei den Abreisenden wahr auch unser Lieblingskoch aus dem Lido und John, einer unserer Kellner dabei. John hatte uns erzählt, dass er eigentlich über Dubai nach Hause (Manila) fliegen sollte. Wegen des Iran-Kriegs wird er nun über Istanbul umgeroutet.
Danach mussten wir noch genauestens Ausfahrt der Celebrity EQUINOX (2.800 Passagiere) in Augenschein nehmen, die neben uns lag und aus dem engen Hafenbecken heraus bugsiert werden musste.
Eine Stunde später parkte dann auch die ARTANIA aus, was sich nun etwas einfacher gestaltete. Die Celebrity EQUINOX war ja schon weg und wir hatten so etwas mehr Platz zum Manövrieren.
55. Reisetag – Montag, 02.03.2026 – Buenos Aires/Argentinien
Auf unserem heutigen Programm in Buenos Aires stand ein Besuch des Stadtteils La Boca und dort speziell die Straße Caminito. Der Reiseführer versprach: “Caminito bekannt für seine farbenfrohen Wellblechhäuser, ist er ein Touristenmagnet mit Tango-Shows, Kunsthandwerk und Restaurants.“
Unser Ehrgeiz war mal wieder, mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu kommen.
Aus dem letzten Jahr wussten wir noch, dass man zum Fahren mit den Öffis eine Prepaid-Karte braucht und wir hatten die Karten aufgehoben und jetzt wieder dabei. Nur hatten wir keine Ahnung mehr, wieviel Pesos auf den Karten noch drauf waren. Um das festzustellen und um die Karten aufzuladen ...
... mussten wir erst einmal zu Fuß zur gut 1 Kilometer entfernten Metro-Station Retiro tappen.
Dort gibt es Automaten, mit denen man die Prepaid-Karten auslesen und einen Schalter, wo wir gegen Bares die Karte aufmunitionieren lassen konnten.
Eine Kreditkarte nutzt dort gar nichts. An den Automaten kann man nur über eine spezielle argentinische App bezahlen.
Wie so oft, ließen wir uns vom vorgegebenen Weg abbringen. Auf halbem Weg ließen wir das große Busterminal nicht links liegen, da es:
- rechter Hand vor uns auftauchte,
- wir 2 Tage Zeit hatten,
- immer von Neugier geplagt sind.
Das Terminal ist durchaus mit einem internationalen Flughafen vergleichbar. Es gab 250 Schalter für fast genauso viele verschiedene Busunternehmen. Die nationalen Linien verbanden Buenos Aires mit allen großen Städten in Argentinien.
Aber es gab auch zahlreiche internationale Verbindungen nach Brasilien, Chile, Peru, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Kolumbien.
Nach diesem gut einstündigen Intermezzo kamen wir an der Metro-Station Retiro an.
Zum Glück hatten wir auch noch 30.000 Pesos in Bar – das sind etwa 20 Euro – und ließen an dem Schalter auf jede Karte 5.000 Pesos (ca. 3€) buchen. Das sollte erst einmal für 6 – 7 Fahrten reichen.
Mit Googles Hilfe wussten wir, welchen Bus wir nehmen mussten. Etwas schwieriger war es, den passenden Bussteig zu finden, denn Bussteige rund um die Metro-Station gab es mehr als reichlich. Schließlich saßen wir im richtigen Bus, der auch in die richtige Richtung fuhr.
Aber weshalb wir dann aber absolut falsch ankamen, in einer Wilde-Watze-Gegend, wie ein Hesse es ausdrücken würde, haben wir nie klären können.
Im zweiten Anlauf (Wilde-Watze-Gegend nach La Boca) hat es dann aber geklappt, wir kamen tatsächlich in La Boca an und zwar genau an der Caminito.
Die bunten Häuser und die Wandgemälde waren wirklich hübsch anzusehen, ...
... aber das touristische Drumherum erinnerte eher an die Schinkenstraße auf Mallorca oder die Drosselgasse in Rüdesheim.
Aber eines haben wir in dem Trubel gelernt. Die vier wichtigsten Persönlichkeiten in Argentinien sind:
1. Maradonna
2. Messi
3. Der Papst Franziskus
4. Mafalda, die argentinische Comicfigur
Etwas abseits wurde es aber ruhiger und angenehmer.
Spontan beschlossen wir, noch mal Steak zu essen. Der Vergleich Argentinien zu Uruguay fiel aber zugunsten von Uruguay aus.
Die Rückfahrt zum Hafen mit dem Bus verlief ohne Probleme.
Mittlerweile hatten wir auch festgestellt, dass die Busfahrten einfach mit einer Kreditkarte bezahlt werden konnten. Man hält dann statt der Prepaidkarte beim Einsteigen seine Visa- oder Mastercard an das Lesegerät im Bus und der Fahrpreis wird von der Karte abgebucht.
Schon seit einigen Tagen wird auf der ARTANIA darauf geachtet, dass sich die Leute vor dem Betreten der Restaurants die Hände desinfizieren. Hierzu wurden extra Leute, bewaffnet mit einer Sprühflasche, abgestellt
Am Abend kam dann die Erklärung: An Bord geht „Magen-Darm“ um. Die Fallzahlen seien jetzt so hoch, dass verschärfte Maßnahmen getroffen werden müssen. Wie hoch, wurde allerdings nicht verraten. So darf sich an den Buffets nicht mehr selbst bedient werden, sondern man muss sich seinen Teller von Crew-Mitgliedern (in Latexhandschuhen) füllen lassen. Dadurch wird verhindert, dass Zangen und Schöpflöffel durch die vielen Hände der Passagiere gehen.
Das ist beim Frühstück und beim Mittag- und Abendessen im Lido äußerst umständlich.
Außerdem bleiben die Pools geschlossen.
Welches Bakterium oder welcher Virus das Ungemach verursacht, wird noch in einem Labor untersucht.
56. Reisetag – Dienstag, 03.03.2026 – Buenos Aires/Argentinien
Im Stadtteil Barracas gibt es die Straße Pasaje Lanin. Ein Künstler namens Marino Santa María wohnte dort.
Ende der 1990er Jahre begann er damit, die Fassade seines eigenen Hauses zu bemalen.
Danach baten ihn die Nachbarn, auch ihre Häuser zu gestalten.
So entstand Schritt für Schritt eine ganze Straße als Kunstprojekt.
Mit den öffentlichen Bussen kamen wir diesmal ohne Irrfahrt dort hin.
Das Sträßchen war bis auf Doris und mich absolut touristenfrei.
Nachdem wir die Straße einmal hoch und runter abgeschritten hatten, weckte eine Ameisenkolonne unsere Aufmerksamkeit.
Es handelte sich um Blattschneiderameisen, die fleißig Blätter im Rinnstein der Straße sammelten.
Die Karawane kletterte mit ihren Lasten an einem dicken Baum hoch und irgendwo ganz oben verloren wir sie schließlich aus den Augen.
Der Feind dieses Unternehmens war der Wind, ...
... denn die Blätter wirkten wie Segel, so dass manchmal einer der Träger vom vorgesehenen Weg weggeweht wurde.
Auf der Fahrt zur Pasaje Lanin kam der Bus am Plaza Constitucion vorbei.
Hier reihten sich rund um einen großen Bahnhof jede Menge kleine Geschäfte, was unser Interesse weckte.
Deshalb unterbrachen wir dort unsere Rückfahrt.
Als es zu regnen anfing und wir zufällig an einem Friseurladen vorbeikamen, ließ sich Doris dort einen Haarschnitt verpassen.
So waren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wir saßen im Trocknen und der Haarschnitt war sowieso fällig und der war dann auch noch äußerst preiswert.
Der Regen hatte mittlerweile auch wieder aufgehört und wir konnten unser nächstes Ziel ins Auge fassen, die Estuatua de Mafalda im Stadtteil San Telmo.
Die Comicfigur Mafalda ist in Südamerika, aber auch in Portugal und Spanien, äußert beliebt und populär, ähnlich wie die Peanuts aus den USA.
Unter der Statue der Mafalda hatten wir uns etwas Monumentartiges vorgestellt, vergleichbar mit einem Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf einem Sockel.
Dem war nun mal nicht so, aber wir reihten uns trotzdem in die kurze Reihe der Fotografen ein.
In einem nahegelegenen Café legten wir eine Pause ein. Es wäre allerdings klüger gewesen ein nicht so nahegelegenes Café aufzusuchen.
Für den Preis unserer zwei kleinen Tässchen Kaffee hätte sich Doris noch zweimal die Haare schneiden lassen können. Die Nähe zur Original-Mafalda hat halt ihren Preis.
Ein Bus brachte uns wieder fast bis zum Hafeneingang.
Per Durchsage über die Bordlautsprecher warb der Kreuzfahrtdirektor nochmal für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und sprach die Hoffnung aus, dass nach den beiden jetzt folgenden Seetagen der Spuk vorbei sein könnte.
Anschließend wiederholte der Kapitän das bereits Gesagte noch einmal mit seinen eigenen Worten.
Um 19:30 Uhr verließ die ARTANIA Buenos Aires.
Zu allem Überfluss überkam mich urplötzlich ein hartnäckiger trockener Reizhusten, der die ganze Nacht anhielt. Am nächsten Morgen hatte sich dieses Ungemach zu einer waschechten Erkältung gemausert, gepaart mit Appetit- und Antriebslosigkeit. Insbesondere der Hang, sich immer wieder mal hinzulegen war sehr hinderlich für die Weiterführung des Blogs.
Allerdings bin ich ein wenig stolz darauf, dass ich mich nicht dem Magen-Darm-Mainstream angeschlossen habe, sondern krankheitstechnisch meinen eigenen Weg gegangen bin.
57. Reisetag – Mittwoch, 04.03.2026 – Seetag
Die Kontrollen zwecks Hände-Desinfektion an den Eingängen der Restaurants waren konsequent und lückenlos.
Zum Mittagessen gab es heute im Lido-Restaurant genau das Richtige für Erkältungsgeplagte: Hühnersuppe mit Einlagen. Die Einlagen wären gewesen: Nudeln und Hühnerfleisch.
Auch am Suppentopf war Selbstbedienung nicht möglich, weshalb dort ein Aushilfskellner, ausgestattet mit der Suppenkelle, abgestellt wurde. Er füllte mir auch diensteifrig meine Suppenterrine, allerdings ohne den Topf vorher noch mal durchzurühren, sodass nicht eine einzige Nudel, geschweige denn eine Fleischeinlage den Weg vom Topf in die Terrine fand.
Beim Nachschlagholen deutete ich durch lebhafte Gesten an, die Suppe aufzuwirbeln (mir fehlten die englischen Fachbegriffe hierzu) und ich erhielt wunschgemäß eine kräftigende Suppe, die meinen Genesungsprozess unterstützten sollte.
58. Reisetag – Donnerstag, 05.03.2026 – Seetag
Der Tag fand erlebnistechnisch praktisch nicht statt und Doris fing jetzt auch an erkältungsmäßig zu schwächeln.
59. Reisetag – Freitag, 06.03.2026 – Puerto Madryn/Argentinien
Die Pier ist 600 Meter lang, das ist mir zur Zeit viel zu weit und ich verzichte freiwillig auf einen Landgang. Doris ließ es sich nicht nehmen, zumindest ein Stück die Pier entlangzuwandern, um einige Fotos von den Seelöwen zu machen, die es sich an der Pier bequem machten.
Die Möglichkeit, die Fotos vom letzten Jahr zu nehmen, verstößt selbstredend gegen unsere Blogger-Ehre.
Die Hoffnung, dass das Selbsbedienungsverbot heute aufgehoben würde, hatte sich zerschlagen, die Fallzahlen wären immer noch zu hoch. Das Labor hat den Erreger immer noch nicht identifiziert. Ein Ergebnis wird nicht vor Montag erwartet.
Wie hoch die Fallzahlen tatsächlich sind, wurde nicht kommuniziert.
Jetzt wurde nicht nur darauf geachtet, dass beim Betreten der Restaurants die Hände desinfiziert werden, sodern auch beim Verlassen.
60. Reisetag – Samstag, 07.03.2026 – Seetag
3 Tage war der Blogger krank
jetzt schreibt er wieder – Gott sei Dank
(Frei nach Wilhelm Busch)
Das Labor hatte eine Sonderschicht eingelegt und die Analyse der eingereichten Stuhlproben abgeschlossen.
Ergebnis: Worst Case – Der hochansteckende Noro-Virus.
Also muss man sich weiterhin an jeder einzelnen Buffetstation den Teller füllen lassen.
Das Aufkommen des Virus auf der ARTANIA könnte zur Folge haben, dass wir in Chile nicht einreisen dürfen, da die Bestimmungen hier sehr streng sind.
Der erste Landgang in Chile ist zwar erst für den 14.3.2026 vorgesehen, aber die Einklarierung, also die formelle Einreise selbst, soll bereits am 9.3.2026 in Puerto Williams erfolgen. Dort ist für die Formalitäten ein technischer Halt vorgesehen, damit die Behörden an Bord kommen können.
Schau’n wir mal!
Seite 1 von 6








.jpg)
 20260223_101434_ji.jpg)
 20260223_154918_ji.jpg)
 20260223_111618b_ji.jpg)
 20260223_105241_ji.jpg)
 20260223_105546_ji.jpg)
 20260223_121346_ji.jpg)
 20260223_121355_ji.jpg)
 20260223_154111_ji.jpg)
 20260224_110015_ji.jpg)
 20260224_105512_ji.jpg)
 20260224_110226_ji.jpg)
 20260224_110250_ji.jpg)
 20260224_120850_ji.jpg)
 20260224_121455_ji.jpg)
 20260224_121747_ji.jpg)
 20260224_131932_ji.jpg)
 20260224_143621_ji.jpg)
 20260224_165410(Pfeil)_ji.jpg)
 20260224_164733_ji.jpg)
 20260225_114503_ji.jpg)
 20260225_114414_ji.jpg)
 20260225_114214_ji.jpg)
 20260225_123000_ji.jpg)
 20260225_123909_ji.jpg)
 20260225_124419_ji.jpg)
 20260225_124347_ji.jpg)
 20260225_121121_ji.jpg)
 20260225_125021_ji.jpg)
 20260225_124049_ji.jpg)
 20260225_124659_ji.jpg)
 20260225_125036_ji.jpg)
 20260225_131923_ji.jpg)
 20260225_135544_ji.jpg)
 20260225_135719_ji.jpg)
 20260225_141634_ji.jpg)
 20260225_143253_ji.jpg)

 20260225_140258_ji.jpg)
 20260225_142105_ji.jpg)
 20260225_190722_ji.jpg)

































 20260302_101909_ji.jpg)
 20260302_105826_ji.jpg)
 20260302_102535_ji.jpg)
 20260302_103649_ji.jpg)
 20260302_121712_ji.jpg)
 20260302_125803_ji.jpg)
 20260302_130409a_ji.jpg)
 20260302_130556_ji.jpg)
 20260302_130322_ji.jpg)
 20260302_132635_ji.jpg)
 20260302_132629_ji.jpg)
 20260302_131430_ji.jpg)
 20260302_134529_ji.jpg)
 20260302_133141_ji.jpg)
 20260303_112416_ji.jpg)
 20260303_112820_ji.jpg)
 20260303_112240_ji.jpg)
 20260303_115417_ji.jpg)
 20260303_115736_ji.jpg)
 20260303_115214_ji.jpg)
 20260303_121412_ji.jpg)
 20260303_131853_ji.jpg)
 20260303_142135_ji.jpg)
 20260303_142149_ji.jpg)
 20260303_145757_ji.jpg)
 20260303_151129_ji.jpg)
 20260303_194939_ji.jpg)







