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Große Amerika-Reise mit MS Artania 2026

In 125 Tagen in die Kabrik, Umrundung von Südamerika, durch den Panama Kanal, Mittelamerika, entlang der Ostküste der USA hoch bis New York und zurück nach Europa (07.01.2026 - 12.05.2026)

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61. Reisetag – Sonntag, 08.03.2026 – Seetag

Seit Tagen ist die Raumtemperatur in der Bibliothek und in Harry’s Bar angenehm. Wir sind begeistert. Geht doch! Bleibt die Frage, wieso es 7 Wochen gedauert hat, die Sache in den Griff zu bekommen. Zig Versuche, selbst durch Interventionsversuche von Phoenix-Leuten, sind wochenlang verpufft.

Das Küchenteam serviert in der Kopernikus-Bar „Im Ganzen gebratene Argentinische Rinderkeule“. Als wir viertel nach eins zum Mittagessen schreiten, ist die Keule schon arg abgenagt. 😊

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Es ist Sonntag, es ist Weltfrauentag und Doris hat Geburtstag. Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass es zur Feier des Tages zur Kaffeestunde Schwarzwälder Kirschtorte gab.

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Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Norovirus werden weiterhin praktiziert

 

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Schlange stehen für eine Scheibe Brot.


So notwendig die Maßnahmen auch sind, genau so lästig sind sie.

 

 

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62. Reisetag – Montag, 09.03.2026 – Ushuaia/Argentinien

Der Weg zum Frühstück ins ARTANIA-Restaurant erfolgt bei uns immer außen über das Promenadendeck, an Seetagen über an der windabgewandten Seite. An Hafentagen macht das Schiff meist gegen 7:00 Uhr fest, dann ist die Seite unserer Wahl natürlich die der Pier zugewandte. So auch heute.


Gegenüber der ARTANIA lag ein großes Versorgungsschiff der argentinischen Marine und an dessen Seite hatte ein dicker Eisbrecher angedockt, dessen

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Der Eisbrecher ALMIRANTE IRIZAR und das Versorgungsschiff PUERTO ARGENTINO

 

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Auf der Pier tummelten sich junge Leute in roten und blauen Jacken.

 

Wir schlossen messerscharf, dass es sich hierbei eine Gruppe handeln müsse. Aber welche? Und was machen die hier?
Nach dem Frühstück tummelten sie sich immer noch. Also nichts wie raus und fragen. Vorher gingen wir noch rasch auf die Kabine, um uns wärmere Jacken anzuziehen, denn hier am Ende der Welt, wie Ushuaia gerne bezeichnet wird, geht es auf den Herbst zu und es ist recht frisch und windig.
Als wir allerdings die Gangway herunterkamen waren die Gruppen bereits in Kleinbussen verfrachtet worden, ...

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... was aber weder die Businsassen noch uns daran hinderte, uns gegenseitig zu fotografieren.

 

Es erfolgte sogar eine Kontaktaufnahme über die Smartphones, allerdings nicht über Mail oder WhatsApp -wie auch ohne E-Mail-Adressen oder Handy-Nummern – sondern über das Zeigen des geschriebenen Worts durch die Fensterscheiben des Busses.

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Die Smartphones ersetzten also lediglich Papier und Bleistift.

 

So ergatterten wir sogar noch eine E-Mail-Adresse. Mal sehen, ob darüber eine nachträgliche Kontaktaufnahme gelingt.

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Anhand des Emblems konnte uns Die KI Google-Gemini schon folgendes verraten:

 

Hinter diesem Emblem verbirgt sich das argentinische Antarktis-Programm, das von zwei eng miteinander verknüpften staatlichen Institutionen geleitet wird.

1. Dirección Nacional del Antártico (DNA)
Dies ist die übergeordnete Behörde (die Nationaldirektion für die Antarktis). Sie ist für die politische Planung, die Logistik und die Verwaltung der argentinischen Aktivitäten in der Antarktis zuständig. Sie untersteht dem argentinischen Außenministerium.

2. Instituto Antártico Argentino (IAA)
Das IAA ist der wissenschaftliche Arm dieser Organisation. Es wurde bereits 1951 gegründet und ist weltweit das erste wissenschaftliche Institut, das sich ausschließlich der Antarktisforschung widmet.

Bei der Gruppe mit den IAA/DNA-Aufnähern handelte es sich höchstwahrscheinlich um:

  • Wissenschaftler und Techniker: Junge Forscher (Biologen, Geologen, Meteorologen), die den Südsommer auf den argentinischen Stationen verbracht haben und nun nach Hause zurückkehren.
  • Stipendiaten: Oft nehmen junge Doktoranden an den Expeditionen des Instituto Antártico Argentino teil, um Daten für ihre Forschung zu sammeln.

 

Als wir uns dem Hafenausgang näherten, schallte uns lautes Trommeln entgegen.
Hier war allerdings keine Folklore zugange, sondern eine Demonstration von Hafenarbeitern.

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Der Grund der Demonstration war, dass die argentinische Nationalregierung den Hafen unter staatliche Aufsicht („Treuhänderschaft“) zu stellen und entzog der örtlichen Hafenbehörde erst einmal die Lizenz den Hafen zu betreiben.

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Auch wenn es auf dem Foto so aussieht, Doris hat nicht mitdemonstriert, sondern sorgte nur dafür dass die Fahne fürs Foto gut lesabar war.

 

  • EL PUERTO NO SE ENTREGA.
  • NO A LA PRIVATIZACIÓN.
  • "NO HAY PERDÓN NI OLVIDO"

 

Sinngemäß übersetzt:

  • Der Hafen wird nicht ausgeliefert/übergeben.
  • Nein zur Privatisierung.
  • Wir werden uns daran erinnern und weiter dagegen kämpfen.

Viele Beschäftigte befürchtet, dass die staatliche Intervention nur ein Zwischenschritt zu einer späteren Privatisierung oder Konzession an private Betreiber sein könnte, gepaart mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Wobei jetzt schon Teile der Belegschaft der Zugang zu ihrer Arbeitsstelle verweigert worden war.

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„QUIERO VER QUE VAN HACER SIN APOYO“
Ich will sehen, wie ihr ohne unsere Unterstützung zurechtkommt.

 

Bei den Touristen hatte die Demo allerdings nur wenig Interesse geweckt.

Auf unseren Weg durch einige, meist touristisch geprägte Straßen, gab es noch dies und das zu sehen, was fotografisch festgehalten wurde.

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Es soll Menschen geben, die beim Anblick der Regenbogenfarben politisch bedingt Pickel und Ausschlag bekommen.


Das Schild ist ein offizieller Hinweis auf den „Pfad der Vielfalt“ (Senda de la Diversidad) in Ushuaia.

 

Der Name dieser Straße steht für die Anerkennung und Inklusion der LGBTQ+-Gemeinschaft. Ushuaia gilt als eine der progressivsten Städte Argentiniens in Bezug auf LGBTQ+-Rechte.

 

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Wenn eine Übersetzungssoftware den Sinn eines Ausdrucks nicht richtig versteht.

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Hier unten im Süden sind die Argentinier genauso fußballverückt wie oben in Buenos Aires.

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Auf der ARTANIA herrschen immer noch die verstärkten Hygienemaßnahmen.

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Leider ist die Informationspolitik von Phoenix wieder mal grottenschlecht. Warum dürfen wir nicht wissen, wie viele Fälle von Norovirus-Erkrankungen es derzeit gibt. Es würde mich schon interessieren, anhand welcher Kriterien die verschärften Maßnahmen in Kraft gesetzt wurden und welche Kriterien erforderlich sind, dass diese Maßnahmen wieder abgesetzt werden können.
Eine Schutzmaßnahme wurde allerdings schon wieder aufgehoben. Die Pools sind nicht mehr gesperrt. Die Sperre war erforderlich, weil eine Kontaminationdes Poolwassers mit dem Krankheitserreger bedeutet hätte, dass die gesamte Poolanlage einschließlich Zu- und Ablaufsystem desinfiziert werden müsste.
<Ironoe an> Da aber Pools gegen das Norovirus immun sind, ist eine Sperrung nicht mehr erforderlich. </Ironie aus>


Was ich damit eigentlch sagen will, hier fehlt Information, um das zu verstehen.

 

Vorschau:
Am 11.3.2026 wurde über Bordlautsprecher informiert, dass es am vorherigen Tag nur noch eine einzige Neuerkrankung gab. Die Hygienemaßnahmen werden noch "ein paar Tage" aufrechterhalten.

 

 

63. Reisetag – Dienstag, 10.03.2026 – Kap Hoorn und Beagle Kanal

Von Ushuaia sind wir gestern Abend den Beagle Kanal Richtung Osten zurück in den Atlantik gefahren und haben von dort Kurs auf Kap Hoorn genommen. Kap Hoorn ist die südlichste Insel (Isla Hornos) des Feuerlandarchipels (Tierra del Fuego). Hier treffen Atlantik und Pazifik aufeinander.

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Seh-Leute.


Kurz vor acht Uhr war es soweit, Kap Hoorn kam in Sicht.

 

Viel zu sehen gab es nicht, insbesondere weil der Abstand der ARTANIA von dem kleinen Eiland doch recht groß war. Was zählt, ist der Nimbus, vor Kap Hoorn zu kreuzen.  
Aber wenn man genau hinschaute, sah man den Leuchtturm, das Wohngebäude des Leuchtturmwärters und das zu Ehren der am Kap ertrunkenen Seeleuten errichtete Albatros-Monument.

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Das Albatros-Monument




Auf dem Albatros-Monument befindet sich das folgende (übersetzte) Gedicht der chilenischen Dichterin Sara Vial.

 

Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.
Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,
die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.
Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,
denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,
wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.

Das gute Wetter verhinderte, dass ein wenig Abenteuerfeeling aufkam, was eigentlch mit Kap Hoorn automatisch verbunden ist. Statt des berühmt berüchtigten Kap Horn Wetters mit Wellen, Sturm und Regen hatten wir schönstes Wetter und die stärksten Böen kamen mit Ach und Krach auf eine Windstärke von 4 Beaufort.

Die Segelschiffen in früheren Zeiten waren heilfroh, wenn sie Kap Horn heil passiert hatten. Und was macht unser Kapitän Morton Hansen, der Teufelskerl? Er umrundet sogar mit der ARTANIA (33.000 PS) die Insel.

Aber Umrundung hin und Umrundung her, es war halb neun und alle Passagiere, die eben noch die Außendecks bevölkert hatten, strömten jetzt gleichzeitig zum Frühstück.
Da hatten die Kellner und die Aufschöpf-Assistenten an den einzelnen Buffetstationen sicherlich ihre helle Freude.

Der Seefahrer aus der Zeit der Segelschiffe wäre jetzt flugs in den Pazifik eingefahren, um dann weiter mit nördlichem Kurs die Westküste von Südamerika hochzufahren. Nicht so die ARTANIA.
Sie nahm Kurs zurück zum Beaglekanal, noch einmal vorbei an Ushuaia und weiter Richtung Westen. Dies ist eine landschaftlich großartige Strecke, nicht zuletzt, weil hier auch die sogenannte Gletscherstraße verläuft.

Diese Route vom Atlantik zum Pazifik war für die damaligen Großsegler keine Alternative, weil die dortigen Fallwinde, Strömungen und Engstellen für Segelschiffer noch gefährlicher waren als Wind und Seegang vor Kap Hoorn.
Aber für die ARTANIA mit den starken Schiffsmotoren und zusätzlich zwei Lotsen an Bord war das heute alles kein großes Problem.

Im Bordfernsehen wird eine Karte gezeigt, auf der ständig die zurückgelegte Strecke (gelbe Linie) aktualisiert wird und auch die noch geplante Routenführung (orange Linie) zu sehen ist.

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Auf diesem Ausschnitt fährt die ARTANIA gerade wieder in den Beagle Kanal ein. Die Gletscher entlang der sogenannten Gletscherstraße westlich von Ushuaia sind auf der Karte gut zu erkennen. (weiße Flächen).
Leider sind die Farben für die weiter zu fahrende Route und die Landesgrenze zwischen Argentinien und Chile sehr ähnlich, dass beim Betrachten der Karte zu Irritationen führen könnte.

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Als wir die Gletscherstraße passierten, ...

 

... waren wieder alle Mann (und Frau) mit gezückten Kameras und Smartphones auf den Außendecks.

Zu den Hauptgletschern zählen:
Hollandia, Italia, Francia, Alemania und Romanche.
Diese Namen sind eine Hommage an die europäischen Entdecker und Expeditionen, die diese entlegene Region im 19. und frühen 20. Jahrhundert kartographierten.

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Glaciar Holanda (Holland-Gletscher).

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Glaciar Italia (Italia-Gletscher).

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Glaciar Alemania (Deutschland-Gletscher)

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Glaciar Romanche

 

Den heutigen und die drei folgenden Tage lediglich als "Seetage" zu bezeichnen, würde den grandiosen, zerklüfteten und wilden Fjordlandschaften nicht gerecht werden. Vielleicht trifft "Panoramafahrt" die Sache schon eher.

 

 

64. Reisetag – Mittwoch, 11.03.2026 – Chilenische Fjorde

Von einer Panoramafahrt gibt es eigentlich nichts zu berichten, außer dass man immer wieder das Panorama bewundert und genossen hat. Dazu postet man ein bis drei Fotos, ...

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... von denen nicht ein Einziges den tatsächlichen Eindruck wiedergeben kann.

 

Fertig ist der Bericht des Tages!

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Es gab dann aber doch drei Pflichttermine, über die ich doch einige Sätze hier im Blog spendieren möchte.

 

Der südlichste Punkt des südamerikanischen Festlands (Kap Froward) hat keine Besonderheiten, außer dass er der südlichste Punkt ist.

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Kreuz - siehe Pfeil.




Um die Sache etwas aufzupeppen, wurde dort 1987 anlässlich des Besuchs von Pabst Johannes Paul II. in Chile ein Kreuz aufgestellt.

 

Das Kreuz bei Fortescue Bay war mit dem bloßen Auge so gut wie nicht zu erkennen. Deshalb gibt es auch kein Foto.

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Das Schiffwrack der Santa Leonor in der Meerenge Paso Shoal in der Magellanstraße ...

 

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... war natürlich ein gefundenes Fressen für uns Fotofreunde.

 

Vor dem Abendessen wurde im Foyer und Umgebung für eine halbe Stunde zum „Treppenhaus Cocktail“ eingeladen.

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Es gab gratis Sekt und O-Saft, was sich positiv auf die Besucherzahl ausgewirkt hat.

 

Es geht abwärts. Gestern war Halbzeit. Die erste Hälfte der 125-tägigen Reise ist bereits vorbei. ☹

 

 

65. Reisetag – Donnerstag, 12.03.2026 – Chilenische Fjorde

Regen, Wind und Temperaturen um die 10° Celsius, so war das Wetter heute den ganzen Tag.

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Das erforderte entsprechende Garderobe, wenn man das wohltemperierte Innere des Schiffs verlassen wollte.

 

Heute standen „nur“ zwei Gletscher auf dem Programm. Aber dazwischen punktete Chile weiterhin mit seiner faszinierenden Fjordlandschaft.

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Beim Blick durch das Kabinenfenster noch vor dem Frühstück, waren Eisschollen zu sehen.

 

Die stammten vom gewaltigen Gletscher Pius XI, den die ARTANIA gerade ansteuerte.

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Hier lag bereits ein anderer Kreuzfahrer, kleiner als unser Schiff und noch näher dran als wir.

 

Am späten Nachmittag erreichten wir den Amalia Gletscher, der nicht nur gewaltig groß ist, sondern sich trotz Klimaerwärmung nicht jährlich abbaut, wie seine Kollegen weltweit, sondern stetig wächst. Dies ist bedingt durch das lokale Klima mit den vielen Niederschlägen und der Topologie dieser Gegend.

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Planmäßig verließen wir am späten Abend das Fjordgebiet und mussten hinaus aufs offene Meer, wo etwa 4 Meter hohe Wellen uns in den Schlaf schaukelten

 

 

66. Reisetag – Freitag, 13.03.2026 – Chilenische Fjorde Seetag

Das heute Seetag ist, liegt daran, dass wir gestern länger als ursprünglich geplant in der Fjordlandschaft gekreuzt sind, um so dem Pazifik die Zeit zu geben, sich auszutoben, ehe wir die geschützten Fjorde verlassen.

Normalerweise wären wir später in eine weiter nördlich gelegene Fjordlandschaft eingetaucht, aber jetzt fehlte uns die Zeit dazu und so fuhren wir mit voller Kraft auf Castro zu, unseren nächsten Hafen.

Aber das nur am Rande.
„Unsere“ Lieblingskellnerin Ani ist nicht mehr da. Sie hat wegen einer Erkrankung auf Anweisung der Schiffsleitung das Schiff verlassen und musste nach Hause nach Bali fliegen, um sich dort in ärztliche Behandlung zu begeben. Das hat uns sehr betroffen gemacht.

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Wir wünschen ihr von hier aus alles erdenklich Gute und hoffen, sie im nächsten Jahr wieder auf der ARTANIA anzutreffen.

 

 

 

67. Reisetag – Samstag, 14.03.2026 Castro/Insel Chiloé/Chile

Die Wetter-App hatte schon seit Tagen für Castro ganztägigen Regen prophezeit und dann zu allem Überfluss auch noch recht behalten.

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Die großen türkisfarbenen Regenschirme gehören zur Kabinenausstattung, sind uns aber zu sperrig und passen nicht in den Rucksack.


Mit dem Tenderboot wurden wir an Land gebracht und gnadenlos dem Regen ausgesetzt.

 

Die Hauptattraktion des Ortes ist die im Zentrum gelegene Kirche mit den zwei Türmen, die vollständig aus Holz gebaut ist.  Da das Zentrum recht hoch gelegen ist, hätten wir entweder eine lange steile Treppe erklimmen oder eine steile Straße entlang gehen müssen. So musste die Oberstadt auf Grund der ungünstigen Wetterlage auf unseren Besuch verzichten

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Aber auch auf Meereshöhe gab es einige Kleinigkeiten zu entdecken.

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Auffällig viele Hunde liefen auf den Straßen frei herum. Dabei handelte es nicht um Streuner, sondern um gepflegte Tiere, oft mit Halsband.

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Vor einem Lebens­mittel­geschäft rätselten wir, was dieses ver­schlun­gene Etwas denn sein könnte.

 

Wie so oft konnte uns das allgegenwärtige Internet weiterhelfen.
Bei diesem bündelartigen Gebilde handelte es sich um Cochayuyo (Durvillaea antarctica), eine riesige, essbare Braunalge, die an den felsigen Küsten Chiles wächst.

Leichter zu interpretieren war dieses Restaurantschild mit dem Werbeslogan ...

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... Cervicia Kunstmann
das gute Bier.

 

Die Familie Kunstmann, die im 19. Jahrhundert von Deutschland nach Chile ausgewandert war, begann in den 1960er Jahren für den Eigenbedarf Bier zu brauen. 30 Jahre später wurde daraus ein kommerzielles Unternehmen: die Compañía Cervecera Kunstmann.
Kunstmann ist heute eine der bekanntesten Biermarken in Chile.

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Bei schönem Wetter hätten wir den hübschen Ort sicherlich noch weiter erkundet,...

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... aber nachdem wir genügend durchnässt waren, zogen wir es vor, zur ARTANIA zurück zu tendern.

 

Schon heute früh, bevor wir unseren Landgang angetreten hatten, gab der Kreuzfahrtdirektor über Bordlautsprecher bekannt, dass wir uns an den Buffets wieder selbst bedienen könnten. Die Hygienemaßnahmen haben gezogen und es gab keine Neuinfektionen mit dem Norovirus mehr.
Zum Mittagessen im Lido-Buffet-Restaurant war die Lockerung der Hygienemaßnahmen aber noch nicht überall angekommen. Bei den Salaten, den Suppen, den Nachtischen und dem Obst waren die Assistenten abgezogen, aber an der Theke mit den warmen Speisen beharrten die dahinterstehenden Köche nach wie vor darauf, dass sie uns die Teller füllen. Sie behielten eisern die Oberhoheit über die Servierzangen und Löffel, mit denen wir normalerweise die gewünschten Speisen aus den entsprechenden Warmhaltebehältern auf den Teller bugsieren.

Dass auch weiterhin an den Eingängen ein Sprayer positioniert ist, der aufpasst, dass sich jeder die Hände desinfiziert, stört keineswegs. Im Gegenteil, wir finden das gut, dass so die „Verweigerer“, die es zur Genüge gibt, trotzdem ihre Dosis Desinfektionsmittel verpasst bekommen.
Ab dem Abend herrschte dann auch an der Theke mit den warmen Speisen wieder die ursprünglich gewohnte Selbstbedienung.

 

 

68. Reisetag – Sonntag, 15.03.2026 Puerto Montt/Chile

Auf der Plattform TripAdvisor hatten wir für heute einen privaten Ausflug gebucht. Bis gestern hätten wir ihn noch kostenlos stornieren können. Wir waren ob der Wetterprognosen hin und her gerissen, denn die Voraussage war gemischt. Für den Tag war immer wieder mit Schauern zu rechnen.
Aber kurzum, wir sagten uns: “Augen zu und durch!“

Personalisierte Tour durch die Region Los Lagos in Chile“, so die Bezeichnung bei TripAdvisor, wobei Landschaft, Landschaft und nochmals Landschaft die Maxime dieser Tour war.
Pünktlich um 10:15 Uhr holte uns Rodrigo, unser Fahrer, am Hafenausgang ab. Die Kontaktaufnahme war einfach. Doris hatte ihm vorab ein Foto von uns mit den auffälligen gelb-blaue Jacken geschickt. So erkannte er uns schon von Weitem.

Der erste Fotostop war am Lago Llanquihue, einem See etwa 1,6 mal so groß wie der Bodensee.

Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Vulkane Osorno, Calbuco und Puntiagudo - theoretisch zumindest.

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Wenigstens wir beide waren nicht von Wolken verdeckt.


Aber Himmel und Berge waren wolkenbehangen, dass sich ein Foto kaum gelohnt hat.

 

Also weiter im Plan zu den Saltos del Petrohue, den Petrohué-Wasserfällen im Nationalpark Vicente Pérez Rosales in der Gemeinde Puerto Varas.
Aber nur wenige Kilometer vor dem Ziel bremste uns ein Stau erst mal aus und Rodrigo befürchtete, dass die Straße an einer Stelle unpassierbar sein könnte, bedingt durch Überschwemmungen und Sturzbäche, weil es gestern hier so stark geregnet hat. Wir standen noch nicht sehr lange im Stau, als ein Mann die Fahrzeugschlange abschritt und mit jedem Fahrer sprach. Er bestätigte die Befürchtung von Reodrigo.
Wir und anderen Fahrzeuge auch kehrten um. Für uns bedeutete das Routenänderung derart, dass wir erst einmal das Volcán Osorno Centro de Montaña ins Visier nahmen.
Der Osorno ist der markanteste Vulkan in Chile. Er wird auch gerne als der kleine Fuji Chiles bezeichnet. Die Fahrt über die Serpentinen, um die 1200 Höhenmeter zu dem Centro de Montaña (Bergzentrum) zu bewältigen, hatte schon was. Leider fing es an wie aus Kübeln zu regnen.

 

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Als wir den Parkplatz am Centro de Montaña erreicht hatten, waren wir dankbar, dass der Regen nicht mehr ganz so heftig war.

 

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Der Lift war zwar in Betrieb, aber bei diesem Shit-Wetter blieb die Kundschaft aus.
Weiter höher hätte man auch keine bessere Sicht gehabt.


Das Centro de Montaña ist ein beliebter touristischer Anlaufpunkt und ist in den Wintermonaten ein beliebtes Skigebiet.

 

Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Llanquihue See und die umliegenden Bergen und Vulkane. Aber was vorhin von der Blickrichtung Llanquihue See zum Osorno galt hier auch, nur umgekehrt. Weder See noch umliegende Berge waren zu sehen.

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Rodrigo und Doris.


Die einzig vernünftige Konsequenz ob dieser Widrigkeit war, erst einmal in dem rustikalen Restaurant einen Kaffee zu trinken.

 

Diese Strategie erwies sich als halbwegs brauchbar (auch wenn der Kaffee unverschämt teuer war), ...

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Die Sicht auf den Lago Llanquihue war jetzt frei, die Berge versteckten sich aber weiterhin hinter den Wolken.


... denn es klarte auf, zumindest ein bisschen.

 

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Phoenix war mit 4 Ausflugsbussen präsent.

 

Nach der Kaffeepause und einigen Fotos unternahmen wir einen zweiten Versuch, zu den Petrohué-Wasserfällen zu gelangen.

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Das Wetter wurde immer gnädiger.

 

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Und im 2. Anlauf klappte es!

 

Ein Bagger und Straßenbauarbeiter waren zwar immer noch dabei, die Straße zu säubern, aber zumindest eine Spur konnte jeweils abwechselnd von beiden Seiten wieder befahren werden.

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Und so gelangten wir tatsächlich in den Nationalpark.

 

Zzu allem Überfluss hatten sich die Wolken verzogen und die Sonne schien.

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Der Orsono ist 2.652 Meter hoch.



Jetzt endlich konnten wir den kleinen Fuji, den Osorno, sehen und ihn gefühlte 100-mal fotografieren.

 

Die übliche Übersetzung von Saltos del Petrohue in Petrohue Wasserfälle ist eigentlich nicht ganz richtig. Das Wort „Saltos“ kann auch mit „Sprünge“ übersetzt werden, was die Sache eher trifft.

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Denn was hier zu bewundern gibt, sind Stromschnellen und Kaskadenin einer wilden Lavalandschaft.

 

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Rodrigo führte uns noch zu dem einen oder anderen lohnenden Fotomotiv, etwas abseits von den Hauptwegen.

 

Wir genossen den Aufenthalt und merkten gar nicht, wie die Zeit fortschritt.

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Dieser schöne Nachmittag ließ die Wetterpleiten vom Vormittag völlig vergessen.  
Auf der Fahrt zurück zum Schiff (ca. 60 Kilometer) kam mir die Idee, Rodrigo zu fragen, ob es möglich wäre, an einem Laden anzuhalten, um Kunstmann Bier zu kaufen.
Mit dieser Frage hatte ich offene Türen eingerannt. Rodrigo erzählte mir, dass dies sein Lieblingsbier sei und zeigte mir auf seinem Smartphone Fotos, wo er mit  einer Flasche Kunstmann Bier in der Hand im Fernsehen Fußball schaut.

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An einem Mini-Supermarkt hielten wir an. Rodrigo empfahl ein dunkles Craftbier, aber ich entschied mich für ein helles Lagerbier (ca. 2 € für die 0,33l Flasche).

 

Gegen 17:00 Uhr wurden wir am Hafeneingang abgesetzt und wir verabschiedeten uns, nachdem wir uns bei Rodrigo für die wunderbare Tour bedankt.
Rodrigo können wir nur loben, nicht nur wegen seiner überaus besonnen und sicheren Fahrweise. Er ist nicht der Guide, der einem pausenlos vollquatscht, sondern dann etwas erklärt, wenn es etwas zu erklären gibt. Das kam unserem eingerosteten Schulenglisch sehr entgegen.

Eigentlich sollten wir hier bis morgen 13:00 Uhr bleiben. Da für morgen Sturm vorausgesagt wurde, was zur Folge hätte, dass der Hafen geschlossen wird, hätte die ARTANIA festgesessen. Um 20:00 Uhr. noch vor Einbruch der Dunkelheit hieß es „Leinen los“, denn eine weitere Hafenrestriktion besagte, dass ein Auslaufen nur bei Tageslicht erlaubt ist.
Wenige Seemeilen außerhalb des Hafens wurde erst einmal der Anker geworfen. Der Plan war, ab nachts um 3 Uhr in den nächsten Fjord einzufahren und dort erst einmal bis zum späten Vormittag zu kreuzen, ehe es hinaus aufs offene Meer gehen sollte. Dort würden uns Wind und Wellen dann ein wenig durchschaukeln.
Kapitän Hansen gab über Lautsprecher bekannt, dass es neben diesem Plan A auch noch einen Plan B und einen Plan C gäbe, wenn das Wetter eine Einfahrt in den Fjord verhindern würde.

 

 

69. Reisetag – Montag, 16.03.2026 Seetag

Das Wetter war grauslich und Plan B und C blieben in der Schublade und wir blieben hauptsächlich im Schiffsinneren. Fjordlandschaften auf den Außendecks zu genießen war heute nur etwas für Hartgesottene und wir gehören eher zur Weichei-Fraktion.

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Da heute sich nicht viel ereignet hat, kann ich noch eine Kleinigkeit von gestern nachreichen.
Als wir gegen 17:00 Uhr aufs Schiff kamen, stellte sich der kleine Hunger ein, denn wir hatten nicht zu Mittag gegessen, sondern nur ein ausgiebiges Frühstück gehabt.
Also freuten wir uns auf eine warme Gulaschsuppe, die man über den sogenannten Kabinenservice telefonisch über die Rezeption bestellen kann.
Jetzt mussten wir erfahren, dass die seit Jahren bzw. Jahrzehnten angebotene Gulaschsuppe nicht mehr gibt. Stattdessen könne man sich jetzt die Kraftbrühe-Variante  oder die Cremesuppe des Tages bestellen, wie sie auch in den Restaurants serviert wird. Kurzum die nahrhafte Gulaschsuppe, wurde durch die weniger nahrhaften Vorspeisensuppen ersetzt.

Burger, Pizza und Sandwiches waren aber noch bestellbar.

Wir gingen davon aus, dass die Gulaschsuppe einer Rationalisierungsmaßnahme zum Opfer gefallen ist, denn die Tagessuppen sind ja sowieso immer da. Wobei der Begriff Tagessuppen nicht ganz richtig ist und Halbtagessuppe genauer wäre. Denn zum Abendessen gibt es andere Suppen als zum Mittagessen.
Wir hatten zufällig die Gelegenheit mit einem Mitarbeiter des Hotel-Departments zu sprechen. er widersprach vehement, dass der Grund für diese Änderung der Rationalisierungsgedanke gewesen wäre. Vielmehr sei die Entscheidung an höherer Stelle gefallen, mit der Begründung, dass dadurch das Angebot des Kabinenservice vielfältiger und variabler geworden sei, anstatt immer nur Gulaschsuppe anzubieten.
Allerdings hätte diese Variabilität den Nachteil, dass es bei der telefonischen Bestellungen immer wieder zu Diskussionen und Nachfragen kommt , weil die Rezeption dem Besteller erst einmal erklären muss, welche Suppen jetzt genau geliefert werden können und ob es sich dabei um die Mittags- oder Abendvariante handelt. Man sieht, hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Wir bestellten uns übrigens dann einen Cheeseburger und ich ließ mir eines der beiden  Fläschchen Kunstmann Bier dazu schmecken.

 

 

70. Reisetag – Dienstag, 17.03.2026 Seetag

Seit langen schien mal wieder die Sonne.

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Wir Passagiere waren sonnenmäßig ein wenig ausgehungert.
Der Sonnenhunger und der Hunger auf Crêpes Suzette mit Eis konnte nachmittags zur Kaffeestunde in der Kopernikus Bar in einem Aufwasch gestillt werden.

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Die Kopernikus Bar war zur Kaffeestunde sehr gut besucht.

 

Eigentlich wollte die ARTANIA gemütlich dem morgigen Ziel, San Antonia, entgegen dümpeln. Doch daraus wurde nichts. Am frühen Nachmittag hieß es „Volle Kraft voraus“, denn es bestand die Gefahr, dass morgen früh der Hafen von San Antonia auf Grund von starker Dünung der Hafen geschlossen wird. San Antonio links liegen lassen war keine Option, da im Hafen 6 Container mit Lebensmittel, Bier, Klopapier und was weiß ich noch mit was allem für die ARTANIA bereitstanden. Außerdem sollte Treibstoff gebunkert werden.
Mit 20 Knoten Geschwindigkeit erreichte die ARTANIA gegen Mitternacht ihr Ziel, konnte aber noch nicht in den Hafen einfahren und dort anlegen, weil ein Autotransporter, dessen Liegeplatz wir einnehmen sollten, mit Verspätung erst gegen 3:00 Uhr den Hafen verlassen hatte.
Der Hafen wurde etwa eine Stunde später tatsächlich geschlossen.

 

 

71. Reisetag – Mittwoch, 18.03.2026 San Antonio/Chile

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Die ARTANIA im Hafen von San Atonio

 

Was tun in San Antonio, wenn man nicht mit dem Bus in die 100 Kilometer entfernte Hauptstadt Santiago de Chile oder ins 90 Kilometer entfernte Valparaiso fahren möchte?

Man sucht sich irgendein fußläufig erreichbares Ziel und tappt los. Doris hatte als Ziel den Faro Punta Panul ausgesucht, ein vom Hafen ca. 3 Kilometer entfernter Leuchtturm. Der Leuchtturm selbst ist keine besondere Attraktion, sondern einfach nur ein Leuchtturm halt, dessen wichtigste Eigenschaft heute war, ein Ziel zu sein.

Mit einem Shuttlebus wurden wir von der Pier zum Passanger-Terminal gebracht, von wo es nur noch wenige Schritte zum Hafenausgang waren.
Wir waren positiv überrascht, wie kurzweilig der Weg entlang am Ufer war. Kleine Geschäftchen, Stände mit ausgefallenen Auslagen ...

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...und die kleine Markthalle mit den FischhändlerInnen

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Passend zum bunten Treiben an Land fügten sich die zahl­reichen farben­frohen Fischer­boote im gegenüber­liegenden Fischerei­hafen ins Bild.

 

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Am Strand sonnten sich ein Dutzend Seelöwen, die das Gesamtensemble passend abrundeten.

 

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Die Zahnpflege scheint vebesserungswürdig.

 

„Unser“ Leuchtturm befand sich auf einer Anhöhe 80 Meter über dem Meeresspiegel.

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Den Höhen­unter­schied bewältigten wir über eine lange und steile Treppe (ächz!).

 

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Der weitere Weg führte uns durch ein Wohnviertel mit den typischen ein- und zwei­ge­schossigen Häusern, meist aus Holz.

 

Was uns einem Kilometer vor dem Ziel stutzig machte, war, dass an der Stelle, wo unser Routenplan sagte „links abbiegen“, ein geschlossenes Eisentor uns den Weg versperrten.
Wie gesagt, es machte uns stutzig, aber nicht ratlos., denn wir bogen einfach bei der nächsten Möglichkeit nach links ab.

So kamen wir in eine Ecke, in der mehrere große moderne Wohnanlagen stehen.Die waren gesichert wie die Bank von England.

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Rundherum eingezäunt und Zugang zum Areal nur mit passendem Schlüssel möglich.

 

Anscheinend war nach dem Bau der Wohnanlagen und der Umzäunung noch genügend Zaun übrig, ...

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... denn jedweder Zugang in Richtung Leuchtturm schien ebenfalls versperrt.

 

Es blieb also nur der Rückzug. Den wollten wir aber nicht auf der eigenen Spur zurückgehen, sondern wir wanderten eine Straße hinunter, die direkt zum Meer führte, ...

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... um weiter am Ufer entlang zurück zum Hafenterminal zu laufen.

 

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So entstand praktischerweise ein Rundkurs.

 

Schon fast wieder „zu Hause“ fiel uns ein Schild auf, das wir vom Smartphone übersetzen ließen.

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„Bootsfahrt“ lautete die Übersetzung.

 

Da wir schon seit Stunden nicht mehr Schiff gefahren waren, schien uns das ein verlockendes Angebot zu sein. Allerdings sprach der Mann am Kassenhäuschen kein Wort Englisch, somit musste der Google-Übersetzter wieder herhalten und wir erfuhren, dass es hier eine Hafenrundfahrt angeboten wurde, die 30 Minuten dauert und 4000 Pesos (3,80 €) pro Person kostet. Zahlung nur bar und in einheimischer Währung.

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Schwimmwesten waren Pflicht.


Wir kratzten unsere gesamte chilenische Barschaft, einschließlich Münzen, zusammen und konnten gerade mal so die Bootsfahrt finanzieren.

 

Wegen der morgendlichen Hafensperrung konnte das Tankschiff nicht pünktlich neben der ARTANIA festmachen. So verschob sich unsere Abfahrt von 20:00 auf 23:00 Uhr.
Das hatte aber keine Einfluss auf unseren nächsten Zielhafen Iquique, denn dazwischen lagen 2 volle Seetage.

 

 

72. Reisetag – Donnerstag, 19.03.2026 Seetag

Das gestrige Tanken ist eine kostspielige Angelegenheit gwesen. Nicht nur an Deutschlands Zapfsäulen ist der Benzinpreis in die Höhe geklettert, sondern auch der Schiffsdieses hat preislich zugelegt.

So kostete beim gestrigen Bunkern die Tonne 1.250 US-$. Da wir 800 Tonnen getankt hatten, waren 1 Million Dollar fällig.

Auch fand gstern noch ein kleiner Crewwechsel statt. 25 Crewmitglieder stiegen ab und flogen nach Hause, dafür waren 25 Neue angekommen. Unter naderen der Kellner Her (ja nur mit einem "r"), der uns schon seit vielen Jahren im Artania-Restaurant bedient hat.