73. Reisetag – Freitag, 20.03.2026 Seetag
Der vorletzte Seetag dieses Reiseabschnitts Stand im Zeichen des beliebten Stadtfrühschoppens, dem Wiener Kaffeehaus und der Crew Show.
Während das Gros der Passagiere überschwänglich bei Freibier, bayerischen Schmankerln und zünftiger Musik bei bester Stimmung feierte, ...
... der Kapitän leutselig mit den Gästen anstieß, ...
... grübelte diese Getränke-Stewardess anscheinend darüber nach, ob ihre heutige Dienstkleidung nicht unter den Aspekt „kulturelle Aneignung“ fallen könnte. 😊
Das heutige Abendmenü war für uns das persönliche Highlights des Tages. Wir verspeisten eine unserer 3 mitgebrachten Dosen mit hessischer Wurst.
Zuvor musste aber ein Problem gelöst werden. Wie bekomme ich die Dose auf?
Wie bereits beklagt, ist mir mein Schweizer Taschenmesser an Bord abhanden gekommen und da war ein Dosenöffner dran.
Auch die Köche im Lido-Restaurant an der Ausgabetheke konnten nicht weiterhelfen. Zum Glück bekam eine der Restaurantaufsichten, unsere Not mit. Der Supervisor, so die offizielle Bezeichnung für die Restaurantaufsichten, nahm unsere Wurstdose entgegen, fuhr mit dem Lift runter auf Deck 3 in die Küche, wo es anscheinend einen Dosenöffner gab, fuhr wieder hoch auf Deck 8 und brachte uns die geöffnete Dose an den Tisch mit den Worten:“It smells very good!“ (es riecht sehr gut).
Vielen Dank für diesen super Service!
74. Reisetag – Samstag, 21.03.2026 Iquique/Chile
Wie so oft, war auch heute das Laufen im Hafengelände nicht gestattet, ...
... sodass die Passagiere, die keinen Phoenix-Ausflug gebucht hatten und individuell an Land gehen wollten, zum Hafenausgang geshuttlet werden musste. Allerdings hatte der Hafen nur 2 Mini-Busse mit Platz für jeweils 18 Leute spendiert.
Als wir gegen 10:00 Uhr unseren Landgang antreten wollten, gab es schon eine lange Schlange von Leuten, die ebenfalls shutteln wollten.
Meine Schätzung, dass wir erst gegen 11:00 Uhr von hier weg kommen, war zu pessimistisch. Wir mussten nur eine halbe Stunde warten.
Der Bus brachte uns zum Plaza Arturo Prat mit dem markanten Uhrenturm aus dem Jahr 1877.
Doris hatte einen kleinen Stadtrundgang ausgearbeitet, der uns zunächst zum Fischmarkt führte.
Der Fischmarkt zieht nicht nur die Touristen an, sondern auch ...
... unzählige Seelöwen, ...
die darauf warteten, an den Fischabfällen und den unverkauften Restbeständen partizipieren zu können.
Die älteren, dicken Kameraden, lagen ruhig und abwartend im Wasser, ...
... während die jüngeren sich ständig zankten und versuchten, sich gegenseitig zu beißen.
Wir konnten uns gar nicht sattsehen und hielten uns hier bestimmt eine halbe Stunde auf, um die Tiere zu beobachten.
Nur ein paar Schritte weiter befand sich der Nachbau (Maßstab 1:1) der chilenischen Korvette Esmeralda, die im Jahr 1879 während des Salpeterkrieges sank.
Der Segler hatte einen Maschinenantrieb, aber die Großsegel dienten zur Überbrückung großer Strecken, um Kohle zu sparen.

Ich bewundere die Seeleute einst und jetzt, die den Überblick über diesen Wirrwarr der Takelage behalten.
Der nächste Punkt auf unseren Rundgang war die Kathedrale Catedral de la Inmaculada Concepción (Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis), die allerdings verschlossen war und wir uns auf den Weg zurück zum Plaza Arturo Prat machten.
Arturo Prat war übrigens der Kapitän der Esmeralda, der bei der Seeschlacht ums Leben kam und in Chile als Held verehrt wird.
Auf unseren Weg lag ein Friseurgeschäft und da bei mit ein Haarschnitt dringend erforderlich war, betraten wir den Laden. Über den Google-Übersetzer konnten wir uns mühelos verständigen. Da bei dieser App auch Spracheingabe möglich ist, erfolgte die Kommunikation unkompliziert und flüssig ohne Text eintippen zu müssen.
Kurzum, ich konnte auf dem edlen goldenen Friseurstuhl Platz nehmen und wurde hervorragend bedient.
Nach einer kurzen Wortaustausch mit seinem Friseurkollegen, der gerade einen Kunden fertig bedient hatte, teilte er mir mit, dass der andere Kunde meine Rechnung begleichen möchte. Weder Doris noch ich begriffen und waren perplex. Also fragten wir den jungen Mann, der meinen Haarschnitt sponsern wollte, nach dem Grund und dass wir sein Angebot eigentlich nicht annehmen könnten. Seine lapidare Antwort war: „Ich möchte, dass Sie Chile in guter Erinnerung behalten.“
Das werden wir, lieber Jose, so hieß der junge Mann.
In einer Wechselstube konnten wir Dollars gegen peruanische Sol eintauschen, sodass wir für die nächsten Häfen gewappnet sind.
Die Rückfahrt mit dem Shuttlebus erfolgte diesmal ohne Wartezeit.



























